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Der Job als Anker: Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Work-Life-Balance

Wer den Job nur als Gelderwerb sieht, stellt seine Work-Life-Balance auf ein wackliges Fundament. Der Beruf kann viel mehr sein, sich in schlechten Zeiten sogar als Anker erweisen, der das Leben im sicheren Hafen hält. Um an diesen Punkt zu gelangen, muss man die Sicht auf die Arbeit allerdings neu denken.

Warum brauchen wir einen Job als Anker?

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Quelle: Andrey_Popov/Shutterstock.com

Wenn wir an die Work-Life-Balance denken, machen wir oft einen Fehler: Wir nehmen an, der Job sei praktisch immer eine Belastung und die Freizeit sei der erholsame Ausgleich. Dementsprechend bauen wir dann auch unser Leben auf. Wir versuchen uns nach dem Feierabend das zu holen, was wir vorher vermisst haben.

Derartige Lebensentwürfe sind äußerst störanfällig. Sie können nur funktionieren, wenn in der Freizeit wirklich alles perfekt läuft – und das macht es praktisch nie. Wenn wir uns mit unserem Partner streiten, die Freunde alle keine Zeit haben oder das Hobby stockt, kippt das Leben schnell aus dem Gleichgewicht und wir haben keine Mittel, um das Problem auszugleichen.

Um eine gute Work-Life-Balance zu erreichen, müssen wir dieses Szenario vermeiden. Es ist wichtig, dass Job und Privates in sich ausgeglichen sind und auch allein überlebensfähig wären. Nur dann bleiben Probleme in einem der Bereiche auch wirklich auf den Bereich begrenzt und werfen nicht gleich das ganze Leben durcheinander.

Wenn wir beispielsweise Stress mit unseren Eltern haben, kann der Job dann als Anker dienen und uns halt geben. Das grenzt das Problem automatisch ein und nimmt ihm die Dramatik.

Wie der Job mehr sein kann als ein Broterwerb

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Quelle: SK Design/Shutterstock.com

Ob der Job ein Anker in der Not sein kann, hängt vor allem davon ab, ob er uns dabei hilft, uns mit Dingen zu beschäftigen, die für uns einen intrinsischen Wert haben. Das heißt, wir müssen ihn um seiner selbst willen tun, und nicht, um etwas anderes zu erreichen – zum Beispiel Geld oder Status zu gewinnen.

Dabei kommt es weniger darauf an, was wir tun, sondern eher darauf, warum und wofür wir es tun. Wenn wir in unserer Jugend zum Beispiel gerne schrieben, dann geht es nicht darum, auch als Erwachsener unbedingt Autor zu werden. Es geht darum, zu verstehen, welche Themen uns begeisterten bzw. welchen Werten wir dienen wollten und diese dann in unseren Alltag zu integrieren.

Für jemanden, der es liebte, über die Wissenschaft zu schreiben, hilft es nichts, jetzt beim Lokalblatt über Nachbarschaftsstreitigkeiten zu berichten. Die Schreiberei war nur Mittel zum Zweck, die Beschäftigung mit der Wissenschaft das eigentliche Ziel. Jedes andere Mittel, dass dem gleichen Zweck dient, wäre genauso gut.

Das bedeutet auch, dass niemand die Karriere wechseln muss, um den Beruf zum Anker zu machen. Es reicht völlig, den Fokus so neu auszurichten, dass die Karriere den Werten dient, die einem wichtig sind. Dann macht nicht nur der Job mehr Spaß, auch die Alltagsprobleme wirken viel kleiner.


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