Burning Man – Das wohl faszinierendste Festival der Welt!

Das Festival ist schon eine Weile her, dennoch bleibt das Erlebnis Burning Man oft lange Zeit in den Erinnerungen der Besucher erhalten. Burning Man wirklich adäquat zu beschreiben, dürfte wohl eine der schwierigeren Aufgaben sein. Einen ersten Eindruck kann der Rahmen des Events vermitteln. So versammeln sich jedes Jahr aufs Neue in etwa 70.000 Menschen, um eines der abgefahrensten Ereignisse der Menschheit zu feiern.

Mitten in der Wüste Nevadas, ohne Strom- und Wasserversorgung sprießt eine Stadt aus dem Boden, die nach 10 Tagen wieder im Winde verweht. Beruhend auf dem Prinzip „Leave no trace“ – also keine Spuren zu hinterlassen entsteht eine wundersame und abenteuerliche Welt.

Ein gewaltiges Vorhaben, wenn man bedenkt, dass während dieser Zeit ausgefallene Bauwerke, Kunst Installation, riesen Dancefloors, ein Krankenhaus und sogar ein Flughafen aufgebaut werden. Eine logistische Meisterleistung, denn alle Materialien müssen aus der nächstgelegenen Großstadt Reno in die Wüste verfrachtet und nach ihrer kurzweiligen Existenz wieder zurück transportiert werden.

Burning Man – Ein alternativer Gesellschaftsentwurf

Quelle: Anna Jurkovska/Shutterstock.com

Der Burning Man beruht auf dem Prinzip der radikalen Autonomie, dass also Jedermann in der Lage ist sich während des Festivals selbst zu versorgen und ohne die Hilfe anderer überleben könnte. Dies ist in der Realität des Eventablaufes aber nicht wirklich nötig, denn einer der faszinierendsten Aspekte ist das Entstehen einer Gemeinschaft, die fast alles miteinander teilt.

Auf der gesamten Länge von 15 Kilometern der im Halbkreis aufgebauten Stadt gilt das Gesetz der Bargeldlosigkeit. Das heißt alles ist umsonst. Jede Bar, jede Essensausgabe, jede Hilfestellung und der gesamte Austausch von Menschen untereinander findet einfach nur aus dem Antrieb des Teiles und gemeinsamen Erlebens statt. Die Suche nach Profit erhält hier eine 10-tägige Pause und Menschen können sich somit direkter und ohne Hintergedanken begegnen. Dies mag nicht sonderlich weltbewegend erscheinen, doch in dem direkten Erleben öffnet dies neue Perspektiven und die Frage kommt auf, warum wir dies nicht genauso in unserer alltäglichen Welt handhaben.

Sei wer du bist oder erfinde dich einfach neu

Dieses Hinterfragen von Konventionen könnte wohl als das unterschwellige Motto des bunten Treibens zusammengefasst werden. Beim Burning Man kann jeder genauso sein wie er ist. Ob man nun in Lack- und Lederkluft, als Fee verkleidet oder sogar nackt durch den Wüstenstaub stapfen möchte, bleibt einem jeden selbst überlassen. Schief angeguckt wird keiner.

So wird eine unglaubliche Bandbreite von Kursen, Heilungsmodalitäten, sexuellen Thematiken und spaßigen Events in den Camps angeboten. Ein Überschreiten von alltäglichen Normen und Regeln gehört zum Pflichtprogramm des Festivals. Das ist auch der Grund warum es von vielen Teilnehmern als weltverändernd wahrgenommen wird. Hat man es erst einmal geschafft sich den Weg in dieses Wüstennirvana zu bahnen und dem Staub und der Hitze jeden Tag aufs Neue Stand zu halten, dann sieht man sich der menschlichen Existenz in all ihrer Rohheit gegenübergestellt. Man begegnet einem Querschnitt der Menschheit, die sich unter unwirtlichsten Bedingungen trifft und das Leben in all seinen Facetten zelebriert.

Ein Erlebnis, das seines Gleichen sucht

Die Inspiration, die ein solches Erlebnis in sich trägt ist nicht in Worte zu fassen. Das Burning Man Festival ist eine Veranstaltung, die erlebt werden muss, um sie tatsächlich begreifen zu können. Wer sich nach Veränderung, einer Erweiterung des eigenen Horizontes und einem der absurd, spaßigsten Events der Welt sehnt, der hat schon im nächsten Jahr wieder die Möglichkeit sich selbst auf den Weg in die Wüste zu begeben.


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