Geschäftliche Entscheidungen – Was ist die beste Basis?

Auch wenn die Big-Data-Revolution bei vielen Managern die Überzeugung geprägt hat, dass alle geschäftlichen Entscheidungen auf wissenschaftlich fundierten Analysen zu fällen seien, zeigt dieser Ansatz Grenzen auf. Er steht Innovationen im Weg oder verringert gar strategisch wichtige Optionen. Der Grund dafür ist, dass der wissenschaftliche Ansatz bei der Bewertung von Situationen, die es noch nicht gibt, scheitert.

Brechen Sie alte Denkmuster auf

Managerin denkt nach und trifft Entscheidungen
Quelle: ImageFlow/Shutterstock.com

Wissenschaftliche Methoden sind eher darauf ausgelegt unverrückbare Gesetze der Natur oder Phänomene zu verstehen. Müssen Sie als Manager über Zukunftsszenarien entscheiden, sollten Sie hin und wieder rhetorische Werkzeuge nutzen, die schon Aristoteles beschrieben hat, wie zum Beispiel Emotionen, Metaphern und Logik. Es erscheint für viele recht unwahrscheinlich, doch Aristoteles hat neben seinen wissenschaftlichen Methoden auch diese Methoden definiert und angewendet. Brechen Sie also alte Denkmuster auf und sehen Sie nicht den Status quo als einzige Möglichkeit. Entwickeln Sie ein neues Zielbild und dazu eine Geschichte, die es so noch nicht gibt.

Vieles kann anders sein, wenn Sie es nur wollen

Schon Aristoteles glaubte an die Fähigkeit der Menschen, Entscheidungen zu treffen und damit Situationen grundlegend zu verändern. Und er glaubte an den freien Willen. Er war davon überzeugt, dass in Bereichen des Möglichen die Überzeugungskraft und die menschliche Findigkeit und nicht die wissenschaftlichen Analysen ausschlaggebend sind. Der Kurs der Zukunft lässt sich nicht aus bloßen Analysen der Vergangenheit berechnen. Damit würden Sie keinen revolutionären Wandel anstoßen. Niemals hätte sich zum Beispiel die Entwicklung des Telefons, der Eisenbahn oder des Computers mittels einer Analyse von Vergangenheitsdaten vorhersagen lassen. Erfinder berücksichtigen natürlich oft wissenschaftliche Erkenntnisse bei ihren Neuschöpfungen. Doch die eigentliche Genialität der Erfinder liegt in ihrer Vorstellungskraft.

Nutzen Sie Prototyping für Ihre Innovation

kreatives Arbeiten
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Da die Zukunft noch nicht stattgefunden hat, gibt es im Bereich des Beeinflussbaren noch keine Daten. Durch Prototyping müssen Sie sich diese Daten selbst schaffen. Geben Sie zum Beispiel Anwendern etwas, das sie noch nie zuvor gesehen haben und überprüfen Sie ihre Reaktionen auf das neue Produkt. Werden Ihre Erwartungen nicht ganz erfüllt? Verbessern Sie Ihren Prototyp und überprüfen Sie die Reaktionen erneut. Wiederholen Sie das Szenario so lange, bis Ihre Daten belegen, dass Sie mit Ihrer Innovation erfolgreich sein werden.

Überlassen Sie Ihren Mitbewerbern nicht das Feld

Auch wenn wissenschaftliche Auswertungen die Welt verbessert haben, bedeutet das noch lange nicht, dass jede geschäftliche Entscheidung darauf aufbauen muss. Natürlich sollten Sie aber die wissenschaftlichen Methoden dort anwenden, wo Dinge nicht anders sein können, als sie sind. Das dient Ihnen dazu, die Welt besser und schneller zu verstehen und gibt Ihnen gegenüber anderen Mitbewerbern einen Wettbewerbsvorteil. Das ist zum Beispiel wichtig bei der Entwicklung neuer Datenanalysen. Wenn Sie aber dort, wo die Dinge anders sein könnten, wissenschaftlich vorgehen, verharren Sie in der Überzeugung, dass die Dinge unveränderbar sind. Damit würden Sie Ihren Mitbewerbern die Möglichkeit einräumen, Besseres zu erfinden und innovativ zu sein, während Sie untätig zusehen müssten.

Wie schaut es mit Ihren bisherigen geschäftlichen Entscheidungen aus? Haben Sie alle auf Grundlage wissenschaftlicher Analysen getroffen oder die eine oder andere aufgrund Ihrer Visionen?


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