Marketing

Verkaufen auf Amazon Teil 5 – Nichts mehr selbst versenden dank Amazon FBA

Joel Burghardt Von Joel Burghardt
Zuletzt bearbeitet am:

Warum schreibe ich eigentlich seit nunmehr 5 Teilen diese Artikelreihe zum Thema Verkaufen auf Amazon, wenn ich doch auf der anderen Seite stets einen ortsunabhĂ€ngigen Lifestyle proklamiere? Wie passt das zusammen? Was macht das fĂŒr einen Sinn? Zugegeben, ich habe den alles entscheidenden Teil auch recht weit hinaus gezögert. Getreu dem Motto Das Beste kommt zum Schluss. Auch wenn heute zumindest noch nicht ganz Schluss ist, um das schonmal vorweg zu nehmen.

Wie kann es also sein, dass sich die OrtsunabhĂ€ngigkeit und ein Business mit dem Verkauf physischer Waren miteinander vereinbaren lassen? Amazon ist nicht nur die bekannteste und grĂ¶ĂŸte Verkaufsplattform, sondern hat sich auch eins der krassesten und strukturiertesten Logistiknetzwerke aufgebaut und hat mittlerweile viele Jahren Erfahrung im Paketversand an Endkunden. Und von genau dieser Erfahrung kannst du profitieren, denn Amazon stellt dir als HĂ€ndler mit dem FBA Programm (Fulfillment By Amazon) die gesamte Palette seiner Versandabwicklung zur VerfĂŒgung.

Wenn dir Lagerung und Versand von Produkten abgenommen werden, spart dir das nicht nur scheiß viel Zeit und Arbeit, sondern auch viel Geld. WĂ€hrend du bei einem eigenen Onlineshop viel fĂŒr Werbung und Marketing ausgeben mĂŒsstest um an Kunden zu kommen, sind deine Produkte bei Amazon direkt fĂŒr Millionen Menschen einsehbar, die gezielt nach etwas suchen. Menschen kommen ja bereits mit einer Kaufintention auf die Amazon Plattform. Und es ist wesentlich leichter, jemanden der sowieso etwas kaufen möchte dazu zu bewegen, dein Produkt zu kaufen, als wenn du jemanden der vielleicht gar nicht in Kaufstimmung ist auf einen eigenen Onlineshop zu lotsen.

Das Grundprinzip und die Abwicklung der Lagerung und des Versands durch Amazon sind dabei recht easy. Du schickst einfach deine Artikel komplett an ein Amazon Logistikcenter, bzw. lÀsst sie von deiner Warenbezugsquelle in deinem Namen an Amazon schicken. Diese werden dann im Versandlager eingescannt, in deinen Warenbestand gebucht, erscheinen danach auf dem Marktplatz und werden im Falle von Bestellungen direkt von dort aus verpackt und an den KÀufer versendet. Auch den Kundenservice und das Retouren-Management hast du im Rahmen dieses Gesamtpakets von der Backe.

Die Buybox

Der wesentliche Vorteil von „Versand durch Amazon“ liegt aber nicht nur in der eingesparten Zeit und MĂŒhe. Produkte, die von Amazon selber gelagert und versendet werden, erhalten auf dem Marktplatz eine gesonderte Behandlung und werden bevorzugt in der sogenannten Buybox angezeigt und grundsĂ€tzlich höher gelistet. Denn wenn die Ware direkt in Amazons Wohnzimmer liegt, wissen sie genau, dass Handling und Versand vollstĂ€ndig den eigenen strengen MaßstĂ€ben des Konzerns gemĂ€ĂŸ erfĂŒllt werden.

Wahrscheinlich weißt du noch gar nicht, was die Amazon Buybox ĂŒberhaupt ist, obwohl du sie sicher schon unzĂ€hlige Male gesehen hast. Die Buybox ist das sogenannte Einkaufswagenfeld, also jenes KĂ€stchen neben den Produktseiten bei Amazon, das den Button „In den Einkaufswagen“ enthĂ€lt. Der Großteil der Kunden klickt einfach genau auf diese SchaltflĂ€che, wenn er das Produkt kaufen möchte und schaut sich nicht erst die darunter gelisteten Links an, die ihn zu weiteren Anbietern fĂŒhrt, bei denen der Artikel alternativ ebenso gekauft werden kann. Vor diesem Hintergrund gehört es zu den ganz wichtigen Zielen jedes Amazon-VerkĂ€ufers, dass er in der berĂŒhmten Buybox angezeigt wird.

Amazon-Buybox
Amazon Buybox

Um grundsĂ€tzlich in der Buybox auftauchen zu können, gibt es zwei Voraussetzungen. Zum einen muss man sich als HĂ€ndler zunĂ€chst allgemein qualifizieren. Hierzu musst du seit mindestens 90 Tagen als VerkĂ€ufer angemeldet sein, bereits einige VerkĂ€ufe absolviert haben und sich dabei durch gute Bewertungen ausgezeichnet haben. Du wirst ĂŒbrigens nicht aktiv von Amazon darĂŒber informiert, wenn du die Qualifikation fĂŒr die Buybox erreicht hast, wirst es aber anhand deines Umsatzanstiegs definitiv merken.

Wie du dir vorstellen kannst, konkurrieren bei vielen Produkten direkt eine ganze Reihe von VerkĂ€ufern um den Buybox-Status. Da hat man es mit einem eigenen Produkt natĂŒrlich einfacher, weil die Buybox dann einem selbst gehört. Als einziger VerkĂ€ufer des eigenen Produkts hat man ja keinen Konkurrenten, mit dem man sich das Produktlisting teilen mĂŒsste. Aber auch dann muss man sich allgemein von der Konkurrenz abheben. Amazon arbeitet mit einem weitgehend geheimen Algorithmus, der darĂŒber entscheidet, welcher HĂ€ndler im Einkaufswagenfeld angezeigt wird.

Eines der wichtigsten Kriterien wenn man Produkte verkauft, die auch andere vertreiben, ist natĂŒrlich der Preis. Allerdings genĂŒgt es meist nicht, einen Konkurrenten um ein paar Cent zu unterbieten, wenn nicht gleichzeitig auch Werte wie aktueller Lagerbestand, Kundenzufriedenheit oder Stornorate konkurrenzfĂ€hig sind. In der Praxis kannst du dich als Buybox-Besetzer spielend einfach gegen einen Anbieter durchsetzen, der einen Artikel zum selben Preis anbietet wie du, aber all seine Ware selbst von zuhause aus verschickt. Und das wirkt sich enorm auf dein Salesvolumen aus.

In Deutschland nutzen bisher verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig wenige VerkĂ€ufer den FBA Service. Die einen weil sie einfach ungern Kontrolle aus der Hand geben und die anderen weil sie gar nicht davon wissen, bzw. sich nie ausreichend mit FBA auseinandergesetzt haben um einzusehen, wie enorm das Programm zum Wachstum deiner GeschĂ€fte beitragen kann. Wenn jemand vielleicht schon seit etwa 10 Jahren Onlinehandel betreibt, dann hat diese Person schon ihr eigenes Fullfilment benötigt, bevor es FBA gab. Und dann sieht man keine Notwendigkeit, etwas daran zu Ă€ndern, auch wenn das definitiv ein Fehler ist. Und kann sich auch nicht vorstellen, dass es gĂŒnstiger fĂŒr einen sein kann, die ganze Arbeit jemand anderes machen zu lassen. Ist es aber meist.

Verkaufen du und jemand anderes einen x-beliebigen gleichen Artikel zu identischem Preis, erhĂ€lt der per „Versand durch Amazon“ bereitgestellte Artikel den Vorzug fĂŒr die Buybox. Außerdem wirst du sehr schnell merken, dass Kunden eher bereit sind, deinem Angebot zu vertrauen, wenn sie wissen, dass Abwicklung und Versand durch Amazon erfolgen. Dass das Bestellte bereits am nĂ€chsten Tag vor der TĂŒr liegt, spielt natĂŒrlich auch mit eine Rolle und tut es immer mehr. Außerdem erhalten deine Kunden entsprechend behandelte Sendungen ab einem Warenwert in Höhe von 20,00 Euro grundsĂ€tzlich versandkostenfrei. UnabhĂ€ngig davon, ob sie Prime Kunden sind oder nicht.

Einer der fĂŒr mich aller wichtigsten Aspekte der fĂŒr Fulfillment by Amazon spricht ist, dass sich Amazon selber um den Kundenservice und um das Retouren-Management kĂŒmmert, wenn Produkte von einem eigenen Logistikzentrum aus versendet werden.

Im Rahmen von „Versand durch Amazon“ können ĂŒbrigens auch Produkte abgewickelt werden, die du ĂŒber deinen eigenen Online-Shop verkaufst. HierfĂŒr kannst du deren Multi Channel Versandlösung nutzen. Mehr Infos dazu hier.

Nicht so teuer wie du denkst

Das „Versand durch Amazon“ Programm ist schon so eine Art Rundum-Sorglos-Paket. Und da QualitĂ€t einfach ihren Preis hat, könnte man vermuten, dass die Kosten hierfĂŒr fĂŒr viele Leute unerschwinglich sind. NatĂŒrlich lĂ€sst sich Amazon das Ganze auch vernĂŒnftig bezahlen, aber das GebĂŒhrenmodell selber ist transparent und setzt sich aus verschiedenen Kostenquellen zusammen. Du zahlst fĂŒr die Lagerung, Auftragsbearbeitung, Kommissionierung und den Versand. Die genauen Kosten kannst du hier einsehen.

Hilfreich ist aber auch der FBA Calculator, der dir nach Eingabe deines Einkaufs- und Verkaufspreises, sowie den Maßen und des Gewichts deines Produkts eine Kostenaufstellung fĂŒr den jeweiligen Artikel und letztendlich auch deinen Gewinn anzeigt.

FBA-Calculator
FBA Calculator

Wie du siehst, sind die Versandkosten wirklich gering, was daran liegt dass Amazon aufgrund seines enormen Sendungsvolumens Sonderkonditionen mit seinen verpartnerten Versanddienstleistern hat. Ein Schuhkarton-großes Paket z.B. kostet mich bei der Post im Eigenversand 6,90€. Bei Amazon zahle ich dafĂŒr um die 3€. Wenn du dir vor Augen fĂŒhrst, welchen Aufwand du mit FBA sparst und was du dadurch alles fĂŒr Vorteile genießt, lohnt es sich in jedem Fall. Und die Kosten sind weit niedriger, als sich die meisten HĂ€ndler vorstellen, oder als was andere Fulfillment Anbieter berechnen, die nicht annĂ€hernd so geordnete Strukturen haben.

Aber am allerwichtigsten ist, dass es fĂŒr einen ortsunabhĂ€ngigen Lifestyle prĂ€destiniert ist. Mit Handel von physischen Produkten lĂ€sst sich auf diese Weise weit schneller eine Lebensgrundlage fĂŒr ein selbstbestimmtes Leben schaffen, als mit zum Beispiel Affiliate Marketing, Nischenseiten oder Ă€hnlichen Verdienstmodellen.

Um zu erfahren, welche Artikel sich zum Verkauf auf Amazon eignen und wie du auf diese kommst, schau in Teil 6 rein.

Work smart, not hard.

Autorenfoto
Joel Burghardt
Joel Burghardt ist ein erfahrener SEO Experte und GeschĂ€ftsfĂŒhrer der WordPress und SEO Agentur Lightweb Media. Mit seiner Agentur hilft er Unternehmen dabei, ihre Online-PrĂ€senz zu verbessern und in Suchmaschinen besser gefunden zu werden. Neben seiner Arbeit als Agenturchef ist Joel Burghardt auch als Vortragender aktiv. Er teilt sein umfangreiches Wissen und seine Erfahrungen zum Thema Marketing regelmĂ€ĂŸig in BeitrĂ€gen, Facebookgruppen und Podcasts mit einer breiten Öffentlichkeit. Als erfahrener SEO Experte und erfolgreicher Unternehmer, Joel Burghardt ist ein angesehener Experte in seinem Fachgebiet und eine wertvolle Ressource fĂŒr uns bei 360kompakt.de.

1 Gedanke zu „Wie Sie eine erfolgreiche B2B Online Marketing Strategie entwickeln“

Schreibe einen Kommentar