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Altgold im Haushalt – So bestimmen Sie den realen Wert von Schmuck, Zahngold und Münzen

Redaktion Von Redaktion
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In vielen Haushalten finden sich Goldstücke, deren Wert niemand so recht bestimmen kann. Alte Eheringe, geerbte Ketten, kugelige Zahngoldkronen und einzelne Anlagemünzen sammeln sich über Jahre an. Wie viel Materialwert z. B. in einem 5g Goldring steckt, kann man dem Schmuckstück nicht ansehen. Entscheidend sind die Edelmetallgehalte, das Gewicht und der Tageskurs.

Feingehalt und Karat als Grundlage jeder Wertermittlung

Der Feingehalt gibt an, wie viel Gold in einer Legierung enthalten ist. In Deutschland sind die Stempelungen 333,585, 750, 916 und 999 gebräuchlich. Die Zahl sagt aus, wie viele Teile reines Gold in tausend Teilen der Legierung enthalten sind.585er Gold hat also 58,5% Feingold. Mancher alte Schmuck trägt noch Karat-Angaben. 24 Karat entspricht reinem Gold, 18 Karat = Feingehalt 750 und 14 Karat = Feingehalt 585.

Eine Ausnahme stellen Zahngold und Zahnschmuck dar. Die heute verwendeten Legierungen für Kronen und Brücken enthalten 40 bis 80 Prozent Gold, desgleichen auch etwas Palladium, Silber oder Platin. Der Feingehalt ist nicht ablesbar, weil er nicht sichtbar gestempelt ist. Bei Münzen ist die Sache klar, ein Krügerrand ist 916,7er Gold, ein Wiener Philharmoniker 999,9er, ein Maple Leaf 999,9er.

Prüfmethoden und ihre Zuverlässigkeit

Zur Wertermittlung stehen mehrere Verfahren zu Verfügung, die sich in ihrer Genauigkeit und ihrem Aufwand unterscheiden. Wer zu einem seriösen Goldankauf in München kommt, kann davon ausgehen, dass mindestens zwei dieser Methoden kombiniert werden, um Fehleinschätzungen auszuschließen.

Der klassische Säuretest arbeitet mit Salpetersäure verschiedener Konzentration. Ein Strich auf einem Prüfstein zeigt an, ab welcher Säurestärke sich die Legierung löst. Die Methode ist billig, aber bei plattierten oder gefüllten Stücke ungenau. Einen Schritt weiter in die Tiefe geht die Röntgenfluoreszenzanalyse, kurz RFA. Ein Gerät bringt die Oberfläche mit Röntgenstrahlen zum Leuchten und misst die zurückgesandte charakteristische Strahlung. Die Zusammensetzung wird dem Fachmann innerhalb von Sekunden auf unter einem Prozent genau angezeigt. Für Feinunzenprüfungen an Anlagemünzen kommt noch die Ultraschallmessung in Gebrauch, weil sie den Fälschungen mit Wolframkern zuverlässig auf die Schliche kommt. Wolfram hat fast die gleiche Dichte wie Gold, aber ein ganz anderes Schallverhalten.

Materialwert = Sammlerwert?

Nicht jedes Goldstück hat nur Materialwert. Historische Münzen, seltene Prägungen oder edler Schmuck von bekannter Manufaktur können hohe Sammleraufschläge bringen. Eine Vrenelimusikantengoldmünze aus der Schweiz enthält 5,81 Gramm Feingold, wird aber in gutem Zustand oft zehn bis zwanzig Prozent über dem reinen Materialwert gehandelt. Bei Schmuck ist das nicht so häufig der Fall, da die in ihn eingearbeiteten Verarbeitungskosten meist nie den Wiederverkaufspreis erreichen. Eine Ausnahme bilden signierte Stücke etwa von Cartier, Bulgari oder Wempe, hier zählt der Name.
Der Materialwert selbst berechnet sich nach Gewicht in Gramm mal Feingehalt mal den gegenwärtigen Kilopreis für Feingold durch 1000. Der Goldpreis wird zweimal täglich am Londoner Markt, morgens und nachmittags festgelegt, und ist international verbindlich. Wer verkaufen will, muß den Tageskurs kennen und auch die Auszahlungsquote des Ankäufers erfragen. Seriöse Anbieter zahlen um 95 bis 98 Prozent des Materialwertes aus, die Differenz deckt Scheidung, Raffination und Handelsspanne.

Aufbewahrung und Dokumentation

Wer Altgold aufbewahren will, kann sich hier einige Punkte notieren: Gewicht, Feingehalt, Herkunft und wenn vorhanden auch Kaufbelege. Das erleichtert die Bewertung im Erbfall ungemein. Anlagemünzen sind in Originalkapseln am besten aufgehoben. Kratzer mindern den Sammlerwert erheblich. Wer sich zum Verkauf entschließt, holt sich mehrere Angebote ein und achtet auf die Prüfmethode. Ein seriöser Ankäufer erklärt die Berechnung genau, stellt die Wiegung nachvollziehbar dar.

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