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Roboter und Automatisierung: Den westlichen Industrienationen steht ein Wandel bevor.

Bislang wurde unsere Welt häufig und bevorzugt in industrialisierte und noch heranwachsende Wirtschaften unterteilt. Eine Vielzahl von Studien zum Thema des Einflusses von Automatisierung auf den Arbeitsmarkt lässt allerdings vermuten, dass in Zukunft eine Einteilung in die schon automatisierte und die noch zu automatisierende Welt mehr Sinn machen dürfte. Das McKinsey Global Institute sieht eine starke Veränderung des Bedarfs an Arbeitskräften in verschiedenen Sektoren voraus. Insbesondere physische Arbeitsfelder und Büroarbeiten werden von den technologischen Entwicklungen betroffen sein.  

Mittelstand besonders betroffen vom Wandel der Automatisierung

Roboter als Sekräterin in der Automatisierung
Quelle: Borkin Vadim/Shutterstock.com

Der Wegfall vieler Arbeitsoptionen wird zunächst hauptsächlich einfache Jobs und mittelständig Angestellte betreffen. Denn einige Arbeitsbereiche werden gänzlich von Robotern und künstlicher Intelligenz übernommen werden. Eine Vielzahl von Büroarbeiten wird effizienter von Maschinen gehandhabt und auch beispielsweise die Steuerung von Geräten im Bau- oder Transportwesen wird von einem nicht ermüdenden Roboter besser erledigt als von uns Menschen. Mit dem Aufkommen dieser Automatisierungsprozesse werden sich im größten Ausmaße die westlichen Industrienationen arrangieren müssen. Denn bedingt durch die relativ hohen Lohnkosten ist einer Umstellung auf automatisierte Prozesse äußerst lukrativ. In Entwicklungsländern wirken geringere Lohnkosten zunächst noch hemmend auf die Umstellung zu Roboterarbeitskräften. 

Dennoch geht das McKinsey Global Institute davon aus, dass bis zum Jahre 2030 bis zu 800 Millionen Jobs von den Automatisierungsprozessen betroffen sein werden. In den fortschrittlichsten Nationen – z.B. USA, Deutschland und Japan kann davon ausgegangen werden, dass in etwa 25% der heutigen Jobs bis 2030 automatisiert sein werden. Das soll nicht heißen, dass alle diese Menschen in die Arbeitslosigkeit steuern. Vielmehr wird ein Wandel zu mehr sozial nötigen Arbeitsplätzen prophezeit, um unserer alternden Gesellschaft Tribut zu zollen. 

Bessere Bildung als Schlüssel

Erwachsene sitzen in Klassenraum
Quelle: Monkey Business Images/ Shutterstock.com

Weiterhin wird es eine der wichtigsten Aufgaben der westlichen Nationen sein, das vorhandene Humankapital besser zu nutzen. Bildung steht hier an erster Stelle der Dringlichkeit. So wird es in der Zukunft fatal sein, nicht allen Teilnehmern der Gesellschaft höchste Bildungsgrade zugänglich zu machen. Denn es wird finanziell nicht tragbar sein mindestens 25% der Arbeitnehmer nicht mehr in Beschäftigung bringen zu können. 

Einfache Arbeiten werden von Robotern und künstlicher Intelligenz übernommen, daran besteht kein Zweifel. Dies ist zunächst vielleicht erstmal ein Fluch für Beschäftigte in gering qualifizierten Arbeitsfeldern. Allerdings kann der notwendige gesellschaftliche Wandel durchaus auch als große Chance verstanden werden. Wir als Menschheit haben die Chance unseren Lebenswandel stark zu überdenken und neu zu strukturieren. Wenn unsere Lebensgrundversorgung nach und nach durch die Arbeit von Robotern und künstlicher Intelligenz übernommen werden kann, dann ergibt sich enormes Potential für die Selbstverwirklichung in höher qualifizierten Bereichen des Lebens. Machen wir uns nichts vor, die Arbeit am Fließband bringt kaum einem Menschen wirklich Freude und Dateneingabe ist wohl für die Wenigsten der Traum schlafloser Nächte. Dementsprechend kann die Notwendigkeit höherer Bildung, die mit der Automatisierung einhergeht durchaus zu spannenderen Jobprofilen und somit höherer Lebensqualität führen. 


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