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Arbeiten im Home-Office – Wie Mitarbeiter und Chefs profitieren

Das Arbeiten im Home-Office hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen und gehört mittlerweile für viele Mitarbeiter zum Arbeitsalltag. Jobs mit Home-Office werden immer mehr nachgefragt und kommen bei Mitarbeitern gut an. Während das Arbeiten von zu Hause für viele Mitarbeiter traumhaft klingt und andere bereits komplett online arbeiten, sehen viele Unternehmen das Home -Office immer noch skeptisch und gehen das Thema nur zögerlich an.

Sicherlich bietet das Arbeiten im Home-Office Vor- und Nachteile und muss gut geplant und umgesetzt werden – in den meisten Firmen ist dies ein längerer Prozess, bei dem die notwendigen Strukturen erst geschaffen werden müssen. Wie Arbeiten online und von zu Hause am besten gelingt, erfahren Sie im Folgenden.

Vor- und Nachteile des Arbeitens im Home-Office

Mann arbeitet im Home-Office
Quelle: GaudiLab/Shutterstock.com

Es gibt eine Vielzahl an Argumenten, die bei der Diskussion zum Thema Home-Office eine Rolle spielen und darüber entscheiden, ob das Home-Office eine gute Alternative oder Ergänzung für Unternehmen und Mitarbeiter ist. Während der Erfolg des von zu Hause Arbeitens von vielen variablen Faktoren abhängt, lohnt es sich, sich zunächst mit den Vor- und Nachteilen des Home-Offices und der individuellen Situation auseinanderzusetzen – so können Erwartungen von Anfang an geklärt und mögliche Risiken thematisiert werden.

Vorteile für Arbeitnehmer und Unternehmen

Ob das Home-Office oder online Arbeiten eine gute Alternative zum klassischen Büroalltag ist, hängt vor allem von der individuellen Situation und Lebensphase des Arbeitnehmers sowie den Umständen des Unternehmens und der Stelle ab. Arbeitnehmer, die Kinder zu betreuen haben oder sich um andere Familienmitglieder kümmern müssen, haben durch das Home-Office zum Beispiel einen Vorteil bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dadurch können Fehlzeiten reduziert und die Zufriedenheit der Mitarbeiter erhöht werden. Da das Arbeiten von Zuhause für Mitarbeiter eine sehr interessante Lösung darstellt, bietet es auch einen Wettbewerbsvorteil für Arbeitgebern. Aus Unternehmenssicht werden durch Mitarbeiter im Home-Office außerdem Kosten gespart – es werden weniger Arbeitsplätze benötigt und Mitarbeiter sind laut verschiedenen Studien seltener krank. Mitarbeiter sind zudem in der Regel zufriedener und produktiver. Das Home-Office führt also im besten Fall zu einer Attraktivitätssteigerung des Arbeitgebers, erhöhter Effizienz und im Endresultat zu mehr Produktivität. Wo liegen also die Nachteile beim Home-Office?

Nachteile für Arbeitnehmer und Unternehmen

Das Home-Office kann zu einer besseren Work-Life-Balance beitragen und sowohl der Produktivität, der Gesundheit als auch der Umwelt zugutekommen. Damit dies jedoch möglich ist, müssen die entsprechenden Voraussetzungen geschaffen werden. Aus Sicht vieler Unternehmen führt das Home-Office vor allem zu einem Kontrollverlust – der Mitarbeiter ist nicht mehr in Sichtweite und das Verhalten des Mitarbeiters schwieriger zu überwachen. Hierauf muss das Unternehmen Antworten finden um realistisch abschätzen zu können, wie ausgelastet der Mitarbeiter ist und ob er seine Arbeit gewissenhaft erledigt. Transparenz und gute Vernetzung sind das beste Rezept, um Problemen vorzubeugen.

Das Thema Führung muss mit Mitarbeitern im Home-Office anders angegangen werden, da sich die Betreuung und die Kommunikation des von Zuhause arbeitenden Mitarbeitern mit dem Vorgesetzten und dem Team verändert. Bereits bei der Auswahl und Einarbeitung des Personals muss mit viel Sorgfalt gearbeitet werden. Auch die Sicherheit der Unternehmensdaten sowie die Gesundheit des Mitarbeiters spielen eine Rolle. Unternehmen und Mitarbeiter müssen dafür Sorge tragen, dass ein angemessener Arbeitsplatz, welcher ergonomisches Arbeiten ermöglicht, zur Verfügung steht.

Auch für den Mitarbeiter ergeben sich durch das online Arbeiten im Home-Office einige Herausforderungen. Arbeitszeiten und Organisation werden weitestgehend selbstständig geregelt. Die verringerte Kommunikation und der verminderte Kontakt mit den Kollegen können außerdem Gefühle der Isolation hervorrufen.

Home-Office vs. Büroalltag – was es zu bedenken gilt

Frau sitz auf dem Fußboden und arbeitet
Quelle: Creative Lab/Shutterstock.com

Eignung der Stelle und des Mitarbeiters fürs online arbeiten – Kann die Arbeit problemlos im Home-Office erledigt werden oder müssen Kunden im Büro empfangen oder physische Leistungen erbracht werden? Bei der Selektion des Personals sollte die Eignung des Kandidaten, selbstständig im Home-Office zu arbeiten, bereits bedacht werden – nicht jeder Mensch ist für das Arbeiten zu Hause geeignet.

Ein angemessener Arbeitsplatz – Wer von zu Hause arbeitet, braucht die entsprechenden Arbeitsmittel wie einen einwandfrei funktionierenden PC, einen ergonomischen Arbeitsplatz, welcher gesundes Arbeiten ermöglicht und ein ruhiges Umfeld.

Arbeitszeit und Umfang – Es muss klar geregelt werden, welche Aufgaben der Mitarbeiter zu erledigen hat und wie viel Zeit er hiermit zubringen sollte. Tracking Software, bei der der Mitarbeiter seine Fortschritte oder Aufgaben dokumentiert sowie geteilte Kalender helfen, den Überblick zu behalten – der Mitarbeiter soll schließlich weder viel zu viel noch viel zu wenig arbeiten.

Unternehmenskultur – Fällt der tägliche physische Kontakt mit Vorgesetzten und Kollegen weg, muss die Unternehmenskultur auf andere Art und Weise gelebt werden. Regelmäßige Treffen oder informeller Austausch – sei es über das Internet – sind empfehlenswert.

Kommunikation – Ausreichende Kommunikationswege müssen genutzt werden. Neben dem Telefon kommen vor allem Skype, Zoom und zahlreiche Projekt- und Teammanagementplattformen wie Slack, Trello oder Basecamp zum Einsatz und garantieren die Koordination und problemlose Zusammenarbeit.

Rechtliches und Versicherung – Es muss geklärt werden, welche rechtlichen Regelungen gelten, wer für die Ausstattung des Arbeitsplatzes aufkommt und wie der Mitarbeiter im Home-Office versichert ist.

Online ortsunabhängig arbeiten – so gelingt‘s

Manager am PC ist vernetzt durch Technologie
Quelle: SFIO CRACHO/Shutterstock.com

Das Home-Office und die Möglichkeit, online zu arbeiten, bieten sowohl Mitarbeitern als auch Unternehmen viele Vorteile. Damit die Zusammenarbeit gelingt und beide Seiten positiv ausfällt, lohnt es sich, den Kontakt zu Unternehmen, Vorgesetzten und Kollegen so gut wie möglich zu erhalten.

Neben der Nutzung von online Plattformen zur Organisation der Arbeit und virtuellen Kommunikationskanälen und Meetings können verpflichtende Bürotage oder regelmäßige Meetings mit Kollegen und Chefs dazu beitragen, dass der Austausch konstant ist und der Mitarbeiter sich trotz Distanz zugehörig fühlt.

In Unternehmen, die die entsprechenden Voraussetzungen schaffen und ihren Mitarbeitern einen Vertrauensvorschuss gewähren, kann ein Home-Office-Arbeitsplatz zu einer deutlichen Effizienzsteigerung, mehr Zufriedenheit des Arbeitnehmers und erhöhter Leistung führen. Das Home-Office wird so zum Wettbewerbsvorteil und trägt ganz nebenbei zur Inklusion bei.

Quellen:

https://www.wiwo.de/erfolg/beruf/heimarbeit-20-tipps-fuer-ein-erfolgreiches-arbeiten-im-home-office/8325898.html
https://www.bdp-team.de/unternehmenssteuerung/haeufige-fragen-und-kriterienkatalog-geeignet-fuer-das-homeoffice
https://www.mehr-fuehren.de/homeoffice/
https://blog.fastbill.com/home-office-vorteile-nachteile-arbeiten-von-zuhause/


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