Entscheidungen fällen – Wer die Wahl hat, hat die Qual

Entscheidungen fällen lässt sich nicht vermeiden – auch Führungskräfte und Manager müssen täglich viele kleinere und größere Entscheidungen treffen und stehen dabei nicht selten unter Druck. Häufig haben ihre Entscheidungen weitreichende Konsequenzen für ihre Mitarbeiter oder den Unternehmenserfolg, die oft nicht absehbar sind. Außerdem müssen Entscheidungen oft auch in komplexen Situationen ohne zufriedenstellende Alternativen getroffen werden. Kein Wunder, dass Führungskräfte Entscheidungen als Stress empfinden – schließlich können bereits kleine Fehlentscheidungen zum Verlust von viel Geld führen oder sich negativ auf die eigene Karriere auswirken. Wie man dennoch einen kühlen Kopf bewahrt und Entscheidungen so erfolgreich wie möglich trifft, wird im Folgenden diskutiert.  

Entscheidungen als Führungskraft treffen

Manager vor Labyrinth
Quelle: Peshkova/Shutterstock.com

Studien haben ergeben, dass Menschen am Tag durchschnittlich um die 20.000 Entscheidungen treffen. Dazu zählen sowohl kleinere, für das Umfeld eher unbedeutende Entscheidungen, wie die Auswahl der Teesorten in der Büroküche oder große, weitreichende Entscheidungen, wie die Umstrukturierung des Betriebs. Manager und Personal mit Führungsverantwortung fällen in der Regel noch bedeutend mehr  Entscheidungen und stehen dabei aufgrund der hiermit verbundenen Verantwortung unter Druck – keine Wunder also, dass viele Führungskräfte Stress- und Angstsymptome schildern. 

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Dass Entscheidungen Stress verursachen, ist durchaus normal, es kommt jedoch darauf an, wie der Mensch damit umgeht. Mit der richtigen Einstellung und Strategie lässt sich das Fällen von Entscheidungen wesentlich besser handhaben. 

Methoden, für eine schnelle Entscheidungsfindung

Entscheidungen sind immer ein Prozess und nicht nur das endgültige Resultat. Sie erfordern, zumindest in wichtigen Fällen, ein inneres Abwägen der verschiedenen Alternativen und ihrer möglichen Folgen. Hierzu ist es zunächst wichtig, das Ziel zu definieren und klar vor Augen zu haben. Im besten Falle hat derjenige, der die Entscheidung treffen muss, außerdem bereits ähnliche Entscheidungen getroffen und daher Erfahrungswerte oder zumindest ausreichend Information zur Verfügung, um sich die möglichen Konsequenzen ausmalen zu können. In einigen Fällen ist es aber schier unmöglich, die Folgen abschätzen zu können oder die richtige Entscheidung zu treffen. 

Zu den möglichen Methoden für die Entscheidungsfindung zählen zum Beispiele visuelle Techniken wie die Pro-Contra-Liste oder das Mindmapping, bei denen das Problem, also die zu lösende Frage und die verschiedenen Alternativen bzw. Vor- und Nachteile visualisiert werden. Wer es analytisch mag, kann eine Nutzwertanalyse in Form einer Matrix durchführen. Hierbei werden die einzelnen Alternativen und Optionen notiert und gewichtet und ein Ergebnis rechnerisch ermittelt. Auch eine Szenarioanalyse kann bei der Entscheidung helfen. Hierbei werden die Konsequenzen der Entscheidung so gut es geht ausgemalt und der „Worst“ – und „Best“ Case sowie die mittleren Möglichkeiten analysiert und anschließen für die verschiedenen Entscheidungsalternativen miteinander verglichen. Zu guter Letzt spielen bei allen Entscheidungen auch das Bauchgefühl, die Intuition und die eigene Erfahrung eine Rolle und bilden zumeist eine gute Grundlage für den Entscheidungsprozess. 

Grundsätzlich gilt außerdem, dass die Entscheidung, falls möglich im Team und recht zügig getroffen werden sollte. Die Entscheidungsqualität steigt, wenn mehrere Menschen an der Entscheidung beteiligt sind und ihre Perspektive relevant für die Entscheidungsfindung ist. Dauert der Entscheidungsprozess hingegen zu lang und wird das Thema oft hin- und hergedreht, wirkt sich dies negativ auf die Entscheidungsfindung aus. 

Komplexe Entscheidungen – worauf kommt es an?

Manager schaut auf Chaos und muss Entscheidungen treffen
Quelle: ESB Professional/Shutterstock.com

Einige Situationen sind besonderes herausfordernd oder komplex. Hierzu gehören zum Beispiel wichtige Personalentscheidungen, wie die Auswahl neuer Mitarbeiter oder die Kündigung im Falle eines Stellenabbaus. 

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Besonders komplexe Entscheidungen mit weitreichenden Folgen für das Team oder das Unternehmen sollten in Ruhe getroffen werden. Druck von außen oder von der Unternehmensleitung wirkt sich meist eher negativ auf die Qualität der Entscheidung aus und kann unter anderem dazu führen, dass wichtig Entscheidungen vermieden und lange hinausgezögert werden.  

Entscheidung in der Realität umsetzen

Eine Entscheidung ist nur so gut wie ihre Umsetzung. Die Entscheidung an sich ist, wie bereits erwähnt, nur eine Teilkomponente des Prozesses. Nach ihr folgt der eigentliche wesentliche Teil des Entscheidungsprozesses – die Umsetzung der getroffenen Entscheidung in der Realität. Nicht selten treffen Teams oder Vorgesetzte Entscheidungen, die in der Praxis niemals oder nur unzureichend umgesetzt werden. 

Um die Umsetzung der Entscheidung sicherzustellen, sollte ein fester Fahrplan mit den nötigen Schritten und einem zeitlichen Rahmen definiert werden. Zudem sollte festgelegt werden, wie die Umsetzung der Entscheidung kontrolliert wird bzw. wann der Prozess abgeschlossen ist. 

Entscheidungen delegieren oder gemeinsam fällen

Team diskutiert
Quelle: Gorodenkoff/Shutterstock.com

Gute Chefs wissen, wie wichtig die Delegation von Aufgaben ist, um sich auf die eigentlichen Führungsaufgaben konzentrieren zu können und das Potential der Mitarbeiter voll auszuschöpfen. Sie entlasten sich dadurch selbst und sind fokussierter und verbessern ihre Performance. In der Praxis fällt es den meisten Führungskräften schwer, Verantwortung zu delegieren und Entscheidungskompetenz zu gewähren. Es ist allerdings nicht nötig, dass der Chef die Geburtstagskarte persönlich auswählt, jeden Kunden selbst betreut oder die Putzmittel fürs Büro bestellt – zumindest bei den alltäglichen, kleinen Entscheidungen, sollten Mitarbeiter aller Ebenen autonom entscheiden können. 

Auch bei wichtigen Entscheidungen kann es nützlich sein, die Mitarbeiter mit ins Boot zu holen und sie mitbestimmen zu lassen, sofern die Unternehmensstrukturen und die Situation dies zulassen. Die Integration der Mitarbeiter in wichtige Entscheidungsprozesse wirkt sich nicht nur positiv auf die Motivation im Team aus, sondern bereichert auch durch die verschiedenen Perspektiven und Erfahrungen. 

Entscheidungen gekonnt treffen – gewusst wie!

Entscheidungen zu treffen ist für die meisten Menschen eine Herausforderung und kann auch Führungskräfte unter Stress setzen – schließlich tragen sie Verantwortung für ihre Teams und müssen oft komplexe Situationen mit unbekanntem Ausgang lösen. Nicht selten werden wichtige Entscheidungen daher hinausgezögert oder gar nicht erst getroffen. Im schlimmsten Fall behindert dies die Abläufe im Team und hindert Mitarbeiter daran, ihren Job bestmöglich auszuüben. Nicht immer ist das schnelle Treffen von Entscheidungen jedoch vorteilhaft und auch keine Entscheidung zu treffen ist übrigens eine Entscheidung – und immer noch besser, als die ausstehende Entscheidung lediglich zu vermeiden oder immer weiter zu vertagen. 

Eine Mischung aus Erfahrung, relevanten Kenntnissen und Informationen, Verstand und Intuition sowie die nötige Ruhe sind eine gute Basis, um richtige Entscheidungen zu treffen und Risiken durch ungewünschte Folgen zu vermeiden. Falsche Entscheidungen sind nicht ganz zu vermeiden, sollten aber als wertvolle Lernerfahrung betrachtet werden. 

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