Anschlussfinanzierung – Eine Chance, die Zinskosten zu senken

Eine Anschlussfinanzierung ist erforderlich, sobald der Festzins eines Kredits ausläuft und eine Restschuld besteht.

Kreditnehmer haben die Möglichkeit, eine Anschlussfinanzierung bei derselben Bank durchzuführen oder zu geringen Gebühren einen Wechsel der Bank durchzuführen, um bei den Anschlussfinanzierungszinsen zu sparen.

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Wieso gibt es Anschlussfinanzierungen?

Anschlussfinanzierungen existieren, um bei langen Kreditlaufzeiten und hohen Kreditsummen eine Anpassung der Ratenzahlungen an Veränderungen des Marktes zu ermöglichen: Die Entwicklungen der Zinsen sind langfristig ungewiss, sodass die Anschlussfinanzierung die Chance bietet, sich zu einem späteren Zeitpunkt günstigere Zinsen zu sichern.

Aufgrund ihrer Eigenschaften – Anwendung bei langen Kreditlaufzeiten und hohen Kreditsummen – gibt es eine Anschlussfinanzierung in der Regel bei der Finanzierung von Immobilien. In seltenen Fällen werden auch Autokredite mit Anschlussfinanzierungen geplant.

Tipps zur Optimierung der Ratenzahlungen

Wer mittels einer Anschlussfinanzierung seine Ratenzahlungen senken möchte, ist mit einer frühzeitigen Planung gut beraten. Diese Planung besteht aus einem Vergleich der Angebote verschiedener Banken und das bereits möglichst zwölf Monate vor Ablauf der Festzinsbindung des bisherigen Kredits.

Ausschlaggebend sind zudem der richtige Zeitpunkt für einen Bankenwechsel sowie die Kosten eines solchen Wechsels. Viele Tipps und weiterführende Links zur Finanzierung erhalten Sie bei Interhyp; einem Spezialisten für Anschlussfinanzierungen.

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Wie viele Anschlussfinanzierungen sind notwendig?

Die Menge an Anschlussfinanzierungen variiert mit den Rahmenbedingungen einer Kreditaufnahme. Üblich sind Festzinsbindungen mit einer Dauer von 5, 10 oder 15 Jahren, woraufhin stets eine Anschlussfinanzierung erforderlich ist.

Diese Rechnung hätte zur Folge, dass bei einem Baukredit mit einer Tilgungsdauer von 30 bis 50 Jahren insgesamt zwei, drei oder sogar mehr Anschlussfinanzierungen anstünden.

Allerdings haben Kreditnehmer mehrere Möglichkeiten, die Laufzeit von Krediten zu verkürzen und somit die Menge an Anschlussfinanzierungen zu reduzieren:

  • Sondertilgungen: Zahlungen zur Tilgung, die über die planmäßigen monatlichen Tilgungsraten hinausgehen.
  • Erbschaften: Hohe Einmalzahlungen geben die Chance, den Kredit oder einen Großteil des Kredits abzubezahlen.
  • Gehaltserhöhungen und geringere Ausgaben: Diese beiden Faktoren ermöglichen eine Erhöhung der monatlichen Tilgungsrate.

Weil sich die Kreditlaufzeiten des Öfteren durch eine dieser Maßnahmen verkürzen, ist meistens über die komplette Dauer der Kreditlaufzeit nur eine Anschlussfinanzierung notwendig. Exakt aus diesem Grund ist es für Kostenersparnisse essenziell, bei einer Anschlussfinanzierung gut zu planen und zwischen den Bankangeboten zu vergleichen.

Durchführung einer Anschlussfinanzierung

Die Anschlussfinanzierung ist im Gegensatz zu weitläufigen Behauptungen auch für Bausparer eine Option. Verträge mit Bausparkassen weisen die Besonderheit auf, dass sie einen für die komplette Finanzierungszeit festgelegten Zinssatz haben.

Fallen einem Bausparer günstigere Zinskonditionen bei einer Bank auf, so hat dieser die Möglichkeit, durch eine Kreditaufnahme bei einer Bank und die kostenfreie Tilgung der gesamten Raten bei der Bausparkasse umzuschulden.

Bei einer Finanzierung über Banken existieren folgende 4 Wege zur Durchführung einer Anschlussfinanzierung:

Prolongation

Verbleibt das Darlehen bei der aktuellen Bank und es werden neue Zinsvereinbarungen geschlossen, spricht man von einer Prolongation. Diese Vorgehensweise wird dann gewählt, wenn die Zinsvorteile bei der aktuellen Bank liegen oder die Kosten eines Bankenwechsels die Zinsvorteile anderer Banken übersteigen.

Umschuldung

Die Umschuldung sieht eine Finanzierung bei einer neuen Bank vor. Davon wird Gebrauch gemacht, wenn die neue Bank günstigere Zinskonditionen als die bisherige Bank anbietet und die Zinsvorteile die Kosten der Umschuldung übertreffen.

Aufstockung

Eine Anschlussfinanzierung mit Aufstockung kann sowohl bei der aktuellen als auch einer neuen Bank erfolgen. Sie wird genutzt, wenn neues Geld benötigt wird. Dementsprechend fällt die Kreditsumme höher als die Restschuld aus.

Wer seine Anschlussfinanzierung aufstocken möchte, sollte einen Grund dafür an der Immobilie vorzuweisen haben. Angemessene Gründe sind Renovierungs-, Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen.

Forward-Darlehen

Das Forward-Darlehen ermöglicht Ihnen – ganz im Sinne seiner Bezeichnung – eine Zusicherung bestimmter Zinsen mehrere Jahre im Voraus. Sollten Sie ein Forward-Darlehen unterschreiben und sich die Zinsen im Laufe der nächsten Jahre erhöhen, profitieren Sie vom vorab geringeren zugesicherten Zins.

Diese Regelung trifft ebenso auf sinkende Zinsen nach Abschluss des Forward-Darlehens zu. Sollten die Marktzinsen sinken und Sie vorab ein Forward-Darlehen für höhere Zinsen unterschrieben haben, dann müssen Sie das Forward-Darlehen dennoch annehmen.

Eine Gestaltung der Anschlussfinanzierung durch das Forward-Darlehen ist in Zeiten der Niedrigzinsphase üblich, weil in dieser Phase davon ausgegangen wird, dass die Zinsen in den folgenden Jahren ansteigen werden und das Forward-Darlehen somit Vorteile bietet.

Mit der Aufnahme eines Forward-Darlehens ist allerdings ein sogenannter „Forward-Aufschlag“ verbunden. Bei diesem Aufschlag müssen Kreditnehmer für jeden Monat bis zum Beginn des Forward-Darlehens einen Zinsaufschlag zahlen.

Der Weg zu einer lukrativen Anschlussfinanzierung

Um bei einer Anschlussfinanzierung die größtmöglichen Ersparnisse zu realisieren, sind folgende Komponenten in die Abwägungen über die Art und Weise der Durchführung einer Anschlussfinanzierung mit einzubeziehen:

  • Persönliche Situation.
  • Zustand der Immobilie (ggf. Aufstockung).
  • Zeitpunkt der Anschlussfinanzierung.
  • Vergleich der Bankenangebote.
  • Entwicklungen der Zinsen und Zinspolitik.

Diese Aspekte müssen nicht nur in die Abwägungen über die richtige Durchführung einer Anschlussfinanzierung einbezogen werden. Mit diesen Aspekten muss auch gerechnet werden, um das Kosten-Nutzen-Verhältnis einer Entscheidung abzuwägen.

Tipps zur Finanzierung sollten Sie sich stets von unabhängigen Experten holen. Lassen Sie sich entsprechend beraten, um Ihre Finanzierung erfolgreich zu meisten.

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