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Führungskraft werden – Führungskompetenz gezielt entwickeln

Mitarbeiter führen ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, welche bestimmte Fähigkeiten und Eigenschaften erfordert und am besten mit Erfahrung und entsprechendem Training gelingt. Nicht jeder Mensch bekommt die perfekte Mischung aus Persönlichkeitsmerkmalen hierzu in die Krippe gelegt – mit gezielten Maßnahmen kann man aber lernen, Führungskraft zu werden und seine Führungskompetenz ausbauen. 

Auf welche Kompetenzen es dabei ankommt, wie genau diese ausgebildet oder erworbene werden können und welchen Einfluss Führungskompetenz auf die erfolgreiche Führung von Mitarbeitern hat, wird im Folgenden erläutert. 

Was ist Führungskompetenz?

Managerin mit Schild "Competence"
Quelle: Rawpixel.com/Shutterstock.com

Im engeren Sinne ist Führungskompetenz die Fähigkeit, Mitarbeiter durch sein eigenes Verhalten so zu beeinflussen, dass diese arbeiten, um die im Unternehmen festgelegten Ziele zu erreichen. Um zu erreichen, dass die hierfür geformten Teams funktionieren und alle Teilprozesse erfolgreich verlaufen, bedarf es kompetenten Führungskräften, die diese Prozesse bewusst und ergebnisorientiert gestalten und für ihr Gelingen sorgen. Führung ist damit ein Teilbereich des Managements. 

Da für die Erreichung der Unternehmensziele die Zusammenarbeit viele verschiedener Menschen und die Koordination einer Vielzahl unterschiedlicher Prozesse notwendig sind, sind Führungskräfte sehr gefordert und müssen mit den entsprechenden Werkzeugen und Eigenschaften ausgestattet sein, um ihre Aufgabe zu meistern. Führungskompetenz ist also eine Sammlung von Eigenschaften und Merkmalen, die die Führungskraft befähigt, ihre Aufgaben erfolgreich zu erledigen.  

Führungskompetenz – Grundlagen und Eigenschaften

Anders als früher häufig angenommen, ist Führungskompetenz kein angeborenes Persönlichkeitsmerkmal, sondern entsteht mit der Zeit und Lebenserfahrung und kann durch gezielte Maßnahmen weitgehend ausgebaut werden. Auch ist Führungskompetenz nie komplett und kann immer noch vertieft werden – kein Mensch ist perfekt. 

Quelle: fizkes/Shutterstock.com

Es gibt jedoch einige Persönlichkeitszüge, die je nach Führungskraft unterschiedlich ausgeprägt sind und einen direkten Einfluss darauf haben, wie leicht ein Mensch sich als Führungskraft profiliert und erfolgreich ist. Während es daher einigen Menschen sehr leichtfällt, Führungsrollen einzunehmen und sie sich als Führungskraft sehr wohl fühlen, kann es für andere Menschen sehr viel herausfordernder sein, eine Führungsrolle einzunehmen. Jeder Mensch sollte sich im Laufe seiner Karriere bewusst damit auseinandersetzten, ob einer Führungsrolle tatsächlich zu ihm passt und ob er bereit dazu ist, in die Rolle und Verantwortung hineinzuwachsen. 

Führungskompetenz besteht in erster Linie aus Soft Skills. Eine, wenn nicht die wesentlichste Komponente von Führungskompetenz ist das Kommunikationsvermögen. Daneben gibt es eine ganze Reihe anderer Merkmale und Eigenschaften, die für die Führungskompetenz entscheidend sind.  

Folgende Soft Skills werden gemeinhin als wichtige Faktoren für Führungskompetenz beschrieben: 

  • Selbstbewusstsein: Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit sind wichtig, um authentisch zu wirken und sich selbst treu zu bleiben. Nur so werden Sie als Führungskraft ernstgenommen und tatsächlich als solche wahrgenommen. 
  • Kritikfähigkeit: Als Führungskraft sollte man offen für Feedback sein, Ideen und Kritik annehmen können, zu den eigenen Schwächen stehen und sich selbst reflektieren und hinterfragen können. Wer das Vertrauen seiner Mitarbeiter genießt, profitiert von ehrlichem Feedback. 
  • Flexibilität: Jeder Mensch ist anders, jeder Mitarbeiter hat seine eigene Persönlichkeit und Situationen erfordern individuell angepasstes Verhalten. Eine Führungskraft muss den Kontext verstehen und seine Führung dementsprechend anpassen. 
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    Respektvoller Umgang: Respekt und Wertschätzung sind wesentliche Faktoren im Umgang mit Mitarbeitern und sollten für Führungskräfte selbstverständlich sein. Hierzu gilt auch, den Mitarbeiter mit seinen Bedürfnissen zu erkennen, ernstzunehmend und eine freundliche Distanz zu bewahren. Dies wirkt professionell und hat einen positiven Effekt auf die Mitarbeitermotivation. 

  • Entscheidungsfreudigkeit: Führungskräfte müssen tagtäglich Entscheidungen treffen – teilweise auch unter großem Zeitdruck und ohne genügend Informationen. Hier gilt es, abwägen zu können und im richtigen Moment zu entscheiden – Im Zweifelsfall sollte man sich auf seine Intuition verlassen. 
  • Aufmerksamkeit: Als Führungskraft ist es wichtig, auf seine Mitarbeiter aber auch auf andere Akteure wie Kunden und Partner einzugehen, Bedürfnisse zu erkennen und zu verstehen. Aktives Zuhören ist dafür essentiell, aber auch kleine Gesten und Aufmerksamkeiten können einen großen Unterschied ausmachen. 
  • Vertrauen: Vertrauen ist wichtig, um Aufgaben delegieren zu können und sich auf wesentliche Führungsaufgaben konzentrieren zu können – außerdem wirkt sich ein vertrauensvolles Verhältnis zu den Mitarbeiten positiv auf die Stimmung im Team und die Motivation der Mitarbeiter aus.  
  • Krisenmanagement: Als Führungskraft stehen Sie teilweise vor schwierigen Entscheidungen und müssen herausfordernde Situationen wie Konflikte zwischen Mitarbeitern oder schlechte Umsätze hantieren und dabei einen kühlen Kopf bewahren. 

Bausteine auf dem Weg zur Führungskraft

Führungskraft schaut auf Erfolgsstufen durch Führungskompetenz
Quelle: Sergey Nivens/Shutterstock.com

Wie wird man aber nun zur Führungskraft und welche Maßnahmen kann eine Nachwuchsführungskraft nutzen, um sich als Führungskraft zu profilieren? 

Nicht jede Führungskraft hat die Zeit, langsam in ihre Rolle hineinzuwachsen und Führungskompetenz bewusst zu entwickeln – häufig tragen jungen Führungskräfte schnell viel Verantwortung und auch Quereinsteiger mit wenig Fachwissen sind keine Seltenheit in Führungsrollen. Generell gilt es, zunächst über die eigene Rolle und die Stärken und Schwächen zu reflektieren, seine Werte und Eigenschaften zu definieren und sich zu profilieren. Hierbei kann es hilfreich sein, nach Rollenvorbildern zu suchen und deren Führungsstil zu analysieren. Der eigene Führungsstil sollte an Persönlichkeit, Mitarbeiter und Situation angepasst werden – nur so wirken Sie authentisch und zeigen echte Führungskompetenz.  

Gezielte Maßnahmen der Führungskräfteentwicklung, wie sie in den meisten größeren Firmen von der Personalabteilung angeboten oder vermittelt werden, sind eine gute Möglichkeit, seine eigene Führungskompetenz zu erweitern und bieten eine gute Vorbereitung für Mitarbeiter, die Führungskraft werden wollen. In Form von Coachings, Seminaren, Trainings oder kollegialer Beratung werden dabei zahlreiche Themen rund ums Thema Führung und Führungskompetenz im weitesten Sinne abgedeckt. In vielen Unternehmen bestehen feste Programme der Führungskräfteentwicklung, welche auf ein bis zwei Jahre ausgelegt sind und die Führungskraft intensiv bei der Entwicklung der Führungskompetenzen unterstützen.  

Führungskompetenz und Unternehmenserfolg

Unternehmenserfolg durch Kompetenzen
Quelle: bleakstar/Shutterstock

Führungskompetenz ist wichtig für das erfolgreiche Führen von Teams und trägt direkt zum Unternehmenserfolg und somit zum Fortbestand des Unternehmens bei. Die Entscheidungen der Führungskraft, zum Beispiel bezüglich des Personales, Budgets oder der Prozessgestaltung, haben direkten Einfluss auf die Unternehmensperformance. Führung bedeutet daher immer auch Verantwortung. Unternehmen, die die Bedeutung von Führungskompetenz erkennen und auf die Entwicklung ihrer Mitarbeiter setzen, nutzen daher Instrumente, um den Führungserfolg anhand verschiedener Kennzahlsysteme zu messen und ihre Maßnahmen anzupassen. 

Kompetente Führungskräfte, die ihre Teams erfolgreich führen und mit Verantwortung übernehmen, sind für Unternehmen von großem Wert. Unternehmen sind daher gut beraten, in die Führungskompetenz ihrer Mitarbeiter zu investieren und gezielte Führungskräfteentwicklung in Form von umfassenden Programmen, Seminaren und Workshops anzubieten.


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