Transformationale Führung – Definition & Anwendung

Wer schon einmal in einem Unternehmen angestellt war, weiß, dass der Führungsstil der Unternehmensleitung nicht allein Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Erfolge eines Unternehmens hat.

Die Zufriedenheit der Mitarbeiter hat ebenfalls große Auswirkungen auf die Produktivität und somit auch auf die Umsätze und Gewinne des Unternehmens.

Ein Transformationaler Führungsstil stellt eine Möglichkeit dar, das Team auf persönlicher Ebene anzuleiten und durch die Herstellung von Vertrauen eine motivierende, faire und effektive Zusammenarbeit zu gewährleisten.

Was ist ein Transformationaler Führungsstil?

Ein Transformationaler Führungsstil lässt sich insbesondere durch 2 Kernbegriffe beschreiben, die dazu beitragen sollen, eine höhere Zufriedenheit der Angestellten zu erreichen und hierdurch am Ende des Tages auch wirtschaftlich größere Erfolge zu generieren.

„Vorbild“ und „Vertrauen“ sind die Grundsätze dieses Führungsstils, welche es sich vor allem zur Aufgabe machen, eine nachvollziehbare und ausgeglichene Führungsebene zu schaffen, die eng mit den Mitarbeitern verknüpft ist.

Dabei kommt es der Unternehmensleitung nicht allein auf die Abarbeitung von gestellten Aufgaben an, sondern um die individuelle Einschätzung der Stärken und Schwächen der Mitarbeiter. Auf dieser Grundlage werden dann Aufgaben verteilt, die von jedem Teammitglied Verantwortungsbewusstsein und Kreativität erfordern und eigenes Engagement ermöglichen.

Da sich die Mitarbeiter durch diese Art der Führung verstanden, ausgelastet und ihren Stärken entsprechend fair behandelt fühlen, steigt die Zufriedenheit und damit auch die Motivation und Leistungsbereitschaft. Auf Dauer führt dies zu höherer Produktivität, was zum Erfolg des gesamten Unternehmens beiträgt.

Die sechs Hauptkompetenzen

Die Vorteile der Transformationalen Führung sollten durch die Definition bereits zu erkennen sein. Statt extrinsischen Faktoren, wie einem besseren Gehalt oder einer anderweitigen Anerkennung durch andere, fühlen sich die Mitarbeiter allein durch ihre eigenen Stärken und die Bereitschaft zur Verbesserung ihrer Fähigkeiten und Kompetenzen intrinsisch motiviert.

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Die folgenden sechs Oberbegriffe stellen die weiteren Kernkompetenzen des Transformationalen Führungsstils dar, welche zum Erreichen dieser Ziele beitragen.

Herausforderung

Bei der Herausforderung ist es vor allem das Ziel der Führungskräfte, die Mitarbeiter zu inspirieren und mögliche Ziele zu nennen, die ihre Arbeit sinnvoll und attraktiv erscheinen lassen.

Die Inspiration ist ein wichtiger Faktor, durch den die Angestellten ihre Aufgabe ernst nehmen und die Herausforderung auch in schwierigen Situationen annehmen. Eine langfristige Sicht auf die Dinge ist hierbei wichtig, um dauerhafte Motivation zu schaffen.

Eigeninitiative

Bei der Eigeninitiative sollte die Unternehmensleitung auf die Fähigkeiten und die Kreativität einzelner Teammitglieder bauen. Durch Lob und Anerkennung erhalten diese Selbstvertrauen, um eigene Vorschläge einzubringen und das Unternehmen so in völlig neue Richtungen zu lenken und effektivere Problemlösungsansätze zu entwickeln.

Befähigung

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Auch bei diesem Punkt sind die Motivation und das Selbstvertrauen der Mitarbeiter essenziell. Das Befähigen zu herausfordernden oder untypischen Aufgaben löst Verantwortungsbewusstsein aus und trägt bei den Mitarbeitern zur persönlichen Entwicklung bei. Sie fühlen sich anerkannt und entwickeln somit mehr Motivation, ihre Aufgaben gewissenhaft zu erledigen.

Fairness

Der respektvolle, zwischenmenschliche Umgang ist einer der wichtigsten Punkte beim Transformationalen Führungsstil. Dabei geht es darum, zwischen allen Hierarchieebenen eine transparente und aktive Kommunikation herzustellen, die auf Respekt beruht und bestimmte Wertevorstellungen nicht unterschreitet.

Umsetzung

Bei der Umsetzung des Transformationalen Führungsstils ist besonders zu beachten, dass dieser von jeder teilhabenden Partei anerkannt wird. Sowohl die Führungsebene als auch die Mitarbeiter sollten den Willen haben, sich so zu entwickeln, dass eine angenehme und motivierte Arbeitsatmosphäre entsteht.

Dabei dürfen die Ziele der persönlichen Entwicklung und der intrinsischen Motivation nicht aus den Augen verloren werden – trotzdem sollte es auch in jedermanns Interesse stehen, das wirtschaftliche Ziel weiterzuverfolgen. Nur so ist eine effektive Umsetzung möglich.

Verantwortung

Ein Transformationaler Führungsstil zeichnet sich dadurch aus, dass die Verantwortung durch den Geschäftsführer übernommen werden muss. Er ist dafür verantwortlich, dass unternehmerische Chancen abgewogen und wahrgenommen werden und er muss seine Mitarbeiter gut einschätzen können, um bestimmte Wege einzuschlagen.

Dabei muss er das Unternehmen nicht nur wirtschaftlich weiterentwickeln, sondern auch dafür sorgen, dass das Team weder unter- noch überfordert ist. Durch Kommunikation, Ehrlichkeit und Transparenz werden die Fähigkeiten und Verbesserungsmöglichkeiten gemeinsam analysiert.

Wie unterscheidet sich die Transformationale Führung von anderen Führungsstilen?

Wie wir bereits in der Übersicht der verschiedenen Führungsstile zusammengefasst haben, gibt es etliche unterschiedliche Arten der Unternehmensleitung, die es für den Geschäftsführer abzuwägen gilt.

Welcher Führungsstil am besten zum Unternehmen passt, lässt sich anhand der Ziele abwägen. Allerdings sollte natürlich auch der Charakter der Geschäftsleitenden zu diesem Führungsstil passen.

Gerade beim Transformationalen Führungsstil ist es wichtig, den Fokus nicht auf Belohnung und Bestrafung zu setzen, sondern eine ganzheitliche Veränderung des Unternehmens auf Grundlage von persönlichem Vertrauen und Weiterentwicklung aufzubauen.

Die Transformationale Führung erfordert daher sehr viel Zeit und Geduld und sollte daher auch die ethischen Standards und Vorstellungen vom Geschäftsführer erfüllen. Ist dieser bspw. nur selten selbst im Unternehmen anzutreffen oder nur für den wirtschaftlichen Erfolg verantwortlich, ist möglicherweise die transaktionale Führung besser geeignet.

Ergebnisse & Schwierigkeiten des Transformationalen Führungsstils

Bei den vielen Möglichkeiten, der unternehmerischen Führung, ist es oftmals nicht einfach, den perfekten Führungsstil zu finden, der sowohl wirtschaftliche als auch soziale Erfolge erzielt.

Auch der Transformationale Führungsstil, welcher auf zwischenmenschlichem Vertrauen, flachen Hierarchien und dem Übertragen von Verantwortung und Transparenz beruht, kann in bestimmten Fällen nicht die gewünschten Erfolge erzielen.

Einen bekannten Kritikpunkt und möglichen Nachteil dieses Führungsstils stellen beispielsweise die teils unklare Definition dar. Ziele sind nicht eindeutig definiert, sondern beinhalten einzig einige, ethisch geprägte Verhaltensweisen, die durch klare Anweisungen der Führungskräfte ergänzt werden müssen.

Um die wirtschaftlichen Ziele zu erreichen, wenden viele daher eine Mischform aus dem Transaktionalen und dem Transformationalen Führungsstil an.

So lassen sich individuelle Wertvorstellungen umsetzen, die Zufriedenheit der Mitarbeiter wird gesteigert und wirtschaftliche Ziele können durch klare Strukturen und Aufgaben trotzdem besser kalkuliert werden.

Welche Führungsstile weltweit am häufigsten angewandt werden, hat das britische Meinungsforschungsinstitut YouGov untersucht und in diesen Umfrageergebnissen zusammengefasst.

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