Übersicht Führungsstile: Merkmale und Unterschiede wichtiger Führungsstile

Bei seiner Arbeit verfolgt jeder Vorgesetzte einen anderen Führungsstil. Das ist abhängig von der gegebenen Situation und seiner eigenen Persönlichkeit. Im Folgenden erhalten Sie einen Einblick in die verschiedenen Führungsstile und erfahren das Wichtigste über ihre Merkmale

und ihre Unterschiede.

Führungsstile Definition

Notizblock mit "Whats your Management Style"
Quelle: kenary820/Shutterstock.com

Führungsstil ist ein Begriff, der die Art und Weise beschreibt, wie sich eine Person in einer Führungsposition seinen angestellten Mitarbeitern gegenüber verhält. Die Wahl des jeweiligen Führungsstils ist immer abhängig von der Art des Unternehmens und vom Charakter der Führungskraft. Sie hat als wichtiger Teil des Personalmanagements einen großen Einfluss auf das Arbeits- und Betriebsklima. Die verschiedenen, idealtypischen Führungsstilarten sind nur selten in reiner Form zu finden. Sie verschmelzen eher miteinander. Je nach Erfahrungen, Ansprüchen, Qualifikationen, Mitarbeiterkompetenz und Charakter sollte mal der eine, mal der andere Führungsstil zum Einsatz kommen.

Weitere Faktoren sind:

  • Führungstechniken
  • Unternehmenskultur
  • Unternehmensphilosophie
  • Arbeitsbedingungen
  • gesellschaftliches Wertesystem

Die bekanntesten Theorien zu den Führungsstilen

Die beiden bekanntesten Theorien sind die klassischen Führungsstile nach Kurt Lewin (Psychologe) verlinken und die tradierenden Führungsstile nach Max Weber (Soziologe) verlinken. Während sich Weber mit der Frage beschäftigte, warum sich Menschen autoritär beherrschen lassen, wollte Lewin veranschaulichen, wie sich verschiedene Führungsstile auf die Atmosphäre in einer Gruppe auswirken. Dabei bezogen sich Lewins Beobachtungen auf Effizienz, Zufriedenheit, Gruppenzusammenhalt und Produktivität.

Klassische Führungsstile nach Kurt Lewin

Zu den klassischen Führungsstilen gehören:

  • autoritärer Führungsstil (entspricht dem autokratischen Führungsstil nach Max Weber)
  • kooperativer Führungsstil
  • Laissez-faire-Führungsstil

Autoritärer Führungsstil

Der autoritäre Führungsstil basiert auf einer strengen Hierarchie und zeichnet sich dadurch aus, dass die Führungsperson ganz allein sämtliche Entscheidungen trifft. Sie gibt ihre Entscheidungen in Form von Anweisungen und Befehlen an ihre Untergebenen weiter. Ihre Autorität begründet sie mit ihrer Stellung innerhalb der strengen Hierarchie im Unternehmen. Die Mitarbeiter unterliegen ihrer Kontrolle. Im Gegensatz zum kooperativen Führungsstil sind die Angestellten nicht an Entscheidungen beteiligt. Eine autoritäre Führung wird notwendig, wenn die komplette Entscheidungsgewalt beim Vorgesetzten liegt oder die Mitarbeiter nicht in der Lage sind, Verantwortung zu übernehmen.

Kooperativer Führungsstil

Beim kooperativen Führungsstil besteht die Möglichkeit der Mitarbeiter, ihre Meinungen zu äußern. Außerdem ist dieser Stil dadurch gekennzeichnet, dass er danach strebt, die Mitarbeiter in Entscheidungen mehr mit einzubeziehen. Damit haben sie im Gegensatz zum autoritären Führungsstil Mitbestimmungs- und Mitspracherecht. Außerdem werden ihnen Möglichkeiten für die Entfaltung ihrer Persönlichkeit gegeben und ihre berufliche Entwicklung gefördert. Dieser Führungsstil setzt allerdings eine hohe fachliche und soziale Kompetenz der Führungsperson voraus.

Laissez-faire-Führungsstil

Der Laissez-faire-Führungsstil verleiht den Angestellten Selbstbestimmung und „lässt sie einfach machen“ im Gegensatz zum autoritären Führungsstil. Sie dürfen selbst Entscheidungen treffen. Dabei lernen sie, eigenständig zu arbeiten. Durch die Freisetzung ihrer Kreativität können sie sich individuell entfalten. Der Vorgesetzte hilft nicht, bestraft nicht und greift nicht ein. Dabei besteht die Gefahr von Gruppenstreitigkeiten, mangelnder Disziplin und Chaos.

Tradierende Führungsstile nach Max Weber

Boote mit Mitarbeiter, einmal mit Manager im Boot einmal Manager an land
Quelle: Fred Ho/Shutterstock.com

Diese tradierenden Führungsstile beziehen sich eher auf Unternehmensstrukturen und Unternehmenssituationen der Vergangenheit

  • autokratischer Führungsstil (entspricht dem autoritären Führungsstil nach Kurt Lewin)
  • patriarchalischer Führungsstil
  • charismatischer Führungsstil
  • bürokratischer Führungsstil

 

Patriarchalischer Führungsstil

Der patriarchalische Führungsstil ist dem autoritären Führungsstil sehr ähnlich. Hier entscheidet auch die Führungsperson alles allein. Jedoch sorgt sie sich um ihre Angestellten und möchte sie gleichzeitig von ihren Entscheidungen überzeugen. Der Patriarch, meist der Familienvater in kleinen Familienunternehmen, sieht sich zur Fürsorge und Treue gegenüber seinen Mitarbeitern verpflichtet. Als Gegenleistung erwartet er Gehorsam, Loyalität und Dankbarkeit.

Charismatischer Führungsstil

Die Führungsperson, die einen charismatischen Führungsstil ausübt, begründet ihren Anspruch auf Führung mit ihrem Charisma. Dass sie ihren Mitarbeitern vieles abverlangen kann, beruht auf ihrer Begeisterung für sie. Genau wie beim patriarchalischen Führungsstil ist der Charismatiker ein Alleinherrscher. Allerdings ist hier der Herrschaftsanspruch weniger auf Gehorsamkeit ausgelegt, sondern eher auf die Anerkennung durch die Mitarbeiter. Die Führungsperson besitzt bei diesem Führungsstil eine außerordentliche und noch stärkere Vorbildfunktion als beim patriarchalischen Führungsstil und muss für diesen Führungsstil persönlich geeignet sein.

Bürokratischer Führungsstil

Der bürokratische Führungsstil ist an keine bestimmte Person gebunden. Die Führungsposition wird nur auf Zeit vergeben. Jeder in den verschiedenen Rängen der strengen Hierarchie hat sich an strickte Vorgaben und Regeln zu halten. Dieser Führungsstil bietet im Gegensatz zum kooperativen Stil wenig Effizienz und Flexibilität.

Andere Führungsstilarten

Managerin in Pose
Quelle: Minerva Studio/Shutterstock.com
  • partizipativer Führungsstil
  • situativer Führungsstil

 

Partizipativer Führungsstil

Der partizipative Führungsstil zeichnet sich dadurch aus, dass die Mitarbeiter eigene Lösungsvorschläge für die vom Vorgesetzten aufgezeigten Probleme entwickeln können. Zudem werden sie im Gegensatz zum autokratischen, patriarchalischen und charismatischen Führungsstil an der Entscheidungsfindung beteiligt und damit zunehmend in das Unternehmen integriert. Die abschließende Entscheidung hat jedoch die Führungsperson. Eine Hierarchie ist vorhanden. Sie ist jedoch nicht sehr groß.

Situativer Führungsstil

Der situative Führungsstil entwickelte sich aus den Schwächen und Stärken vieler anderer Führungsstile. Dabei wird versucht, ihre Vorteile miteinander zu kombinieren und sie an die neuen Gegebenheiten anzupassen.

Erfolgreich ist in diesem Sinne eine Führungskraft, die es schafft, ihr Führungsverhalten aufgrund ihrer jeweiligen situationsbedingten Analyse anzupassen. Das bedeutet, die Führungskraft muss in der Lage sein, individuell auf die unterschiedlichen Situationen zu reagieren. Dabei werden Mitarbeiter individuell gefördert.

Die wichtigsten Unterschiede der Führungsstile auf einen Blick

Führungsstle in Übersichtstabelle

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