Klassische Führungsstile in Unternehmen und ihre Eigenschaften

Als Führungsstil wird die Art und Weise bezeichnet, wie Vorgesetzte, Führungskräfte und Manager ein Unternehmen führen und mit den angestellten Mitarbeitern umgehen. Klassische Führungsstile nach dem amerikanischen Psychologen Kurt Lewein werden in den autoritären, autokratischen Führungsstil, den demokratischen, kooperativen Führungsstil und den Laissez-Faire Führungsstil eingeteilt.

Autokratischer Führungsstil

klassische Führungsstile Manager am Fenster
Quelle: fizkes/Shutterstock.com

Bei dieser Art zu führen, bestimmt die Führungskraft, wo es langgeht. Sie bestimmt die Aufgaben und Aktivitäten der einzelnen Mitarbeiter oder Arbeitsgruppen. Dieser Führungsstil wird besonders in Organisationen mit starren Gehorsams- und Befehlsstrukturen wie Polizei und Militär angewendet. Er ist der Führungsstil früherer Jahre und wird auch heute noch in so manchem Unternehmen mit hierarchischer Struktur eingesetzt. Dabei entscheidet die Führungskraft ganz allein, ohne, dass dabei die angestellten Mitarbeiter zu Wort kommen. Somit kommt es zu einer schnellen Entscheidungsfindung, allerdings mit der Gefahr einer Fehlentscheidung.

Widerspruch und Kritik werden kaum geduldet und meist wird ein bedingungsloser Gehorsam verlangt. Allerdings erfordert dieser Führungsstil ein hohes Allgemeinwissen, Selbstbewusstsein, Fachwissen und gleichzeitig sehr gute technische und analytische Fähigkeiten des Managers. Sein Erfolg hängt jedoch davon ab, ob alle Mitarbeiter ihre zugewiesenen Aufgaben exakt ausführen.

Demokratischer, kooperativer Führungsstil

Dieser Führungsstil ist das blanke Gegenstück des autokratischen Führungsstils, denn der Fokus liegt hier auf Teamarbeit. Durch diesen Führungsstil ermuntert die Führungskraft die Mitarbeiter, ihre Ziele und Aktivitäten in der Arbeitsgruppe zu besprechen und zu einer gemeinsamen Entscheidung zu gelangen.

Aufgrund dieser gemeinsamen Entscheidungsfindung tragen alle Beteiligten die Verantwortung für die Folgen der gefällten Entscheidung. Dabei überträgt dieser Stil die Prinzipien eines demokratischen Staates auf die Mitarbeiterzusammenarbeit. Somit wird die Führungskraft deutlich entlastet. Falls es jedoch zu ausufernden Diskussionen unter den angestellten Mitarbeitern kommt, dann ist eine effektive Entscheidungsfindung allerdings nicht mehr möglich.

Laissez-Faire Führungsstil

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Bei diesem Führungsstil spielt die Führungskraft eine eher passive Rolle, während sie den Mitarbeitern volle Entscheidungsfreiheit gewährt. Dabei entscheiden die Mitarbeiter selbstständig über die Ziele und Aufgaben sowie über die Arbeitsorganisation. Die antiautoritäre Erziehung in den 1960er Jahren wurde durch diesen Führungsstil stark beeinflusst. Dabei unterlag man irrtümlicherweise dem Glauben, dass es möglich ist, auf jede Art von Einflussnahme zu verzichten.

Allerdings haben neuere Erfahrungen gezeigt, dass die Arbeitsgruppen der Mitarbeiter den Einfluss, den die Führungskraft freigibt, selbstständig ausgestalten müssen. Geschieht dies nicht, ist Chaos vorprogrammiert. Dabei sind die Ausgrenzung von Personen und die Ausbildung von kleinen Grüppchen innerhalb der einzelnen Arbeitsgruppen sehr hoch.

Kurt Lewin wies in seinen Studien nach, dass der kooperative Führungsstil den anderen beiden Führungsstilen weit überlegen ist. Allerdings stecken in jedem Menschen alle drei Typen der klassischen Führungsstile. Die Stärke ihrer Ausprägung ist jedoch vom Charakter des jeweiligen Managers abhängig. Allerdings gilt heute der autokratische Führungsstil als überholt und kann schnell zum Wettbewerbsnachteil werden.

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