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Redensarten und Redewendungen – Der Ursprung

Redensarten und Redewendungen sind heutzutage sehr weit verbreitet. Doch woher kommt der Ursprung der Redensarten? Sprichwörter und Redewendungen sind großartige Stilmittel, um einen Text interessant zu gestalten.

Mittlerweile gibt es in unserer Sprache über 300.000 Deutsche Redensarten. Redewendungen beschreiben Gefühle, Sachverhalte und Situationen. Vor allem Tiere tauchen sehr oft in sämtlichen Redewendungen auf, da sie seit Jahrtausenden mit uns Menschen zusammenleben.

Während sich manche Redewendungen fast von selbst erklären, gibt es allerdings auch viele Redensarten, mit denen man in das berühmte Fettnäpfchen treten kann. Wir erklären Ihnen die beliebtesten Redewendungen und informieren Sie über den Ursprung von Redensarten.

Redewendungen der Ursprung

Der Ursprung von Redensarten liegt mehrere Jahrhunderte zurück. Zum Teil wurden Redewendungen von Generation zu Generation weitergegeben. Oft spiegeln die Redensarten Moral-Vorstellungen, Traditionen und Lebenserfahrungen wider.

Durch die Bildhaftigkeit werden Redewendungen sehr gerne und oft benutzt. Die meisten Redewendungen stammen aus Bereichen unserer Gesellschaft, die in unserer Herkunft verwurzelt sind. Schon damals faszinierten die Redensarten und Redewendungen die Menschen.

Selbst in der Literatur wurden die Redewendungen schon sehr früh verwendet.

Fünf beliebte Redewendungen

Ursprung der Redewendung: Tomaten auf den Augen

Die Bedeutung der Redewendung „Tomaten auf den Augen“ bedeutet, dass man etwas nicht sieht oder etwas nicht bemerkt. Diese Redewendung stammt aus dem mittelalterlichen Spanien, wo die Tomate schon seit Ewigkeiten als Frucht der Sünde galt. Das Gerichtsurteil lautete für Betrüger, Diebe und Ehebrecher deshalb „Tomaten auf die Augen!“.

Als Strafe mussten die Verbrecher für eine sehr lange Zeit mit vor die Augen gebundenen Tomaten in der Stadt herumlaufen, sodass jeder Einwohner von der Straftat erfuhr. Eine öffentliche Demütigung, die für die Betroffenen nur sehr schwer zu ertragen war.

Ursprung der Redewendung: Nur Bahnhof verstehen

Die Redewendung „Nur Bahnhof verstehen“ bedeutet, dass man nichts versteht oder nichts verstehen will. Der Ursprung von Redensarten liegt oft weit in der Vergangenheit. Die Redewendung „Nur Bahnhof verstehen“ geht ebenfalls auf den Ersten Weltkrieg zurück.

Zu dieser Zeit waren die Eisenbahnen nämlich das wichtigste Transportmittel. Für Soldaten waren die Bahnhöfe jedoch eher ein Sinnbild für die Heimkehr. Da der Wunsch nach einer Heimkehr bei jedem Soldaten fest verankert war, hatten die Soldaten oftmals nur noch den Bahnhof im Kopf.

Die Soldaten verstanden also „nur noch Bahnhof“.

Redewendungen: Der Ursprung von „Aller guten Dinge sind drei“

Bei der Redewendung „Aller guten Dinge sind drei“ beschreibt man eine Situation, die erst nach dem dritten Anlauf funktioniert. Die Zahl Drei wird in dieser Redewendung positiv hervorgehoben. Was jedoch kaum jemand weiß, ist, dass die Redewendung auf die alten Germanen zurückzuführen ist.

Damals bezog sich das Wort „Dinge“ in der Redewendung „Aller guten Dinge sind drei“ auf eine Gerichtsverhandlung. Wer zu Gericht vorgeladen wurde und den Termin drei Mal nicht wahrgenommen hatte, wurde auch in Abwesenheit verurteilt. Der Kläger gewann nach diesem Urteil automatisch den Prozess.

Ursprung der Redensart „Auf dem Holzweg sein“

Wenn man die Redensart „Auf dem Holzweg sein“ benutzt, dann ist man im Irrtum. Mit dem Holzweg ist nämlich der Weg gemeint, der zur Holzabfuhr dient. Wenn Wanderer den Holzweg nahmen, um zur nächsten Siedlung zu gelangen, kamen sie oft nicht weiter. Sie kamen nur dorthin, wo ein Baum gefällt wurde.

Dementsprechend war der Holzweg der falsche Weg.

Redewendungen: Ursprung von „einen Zahn zulegen“

Benutzt man die Redewendung „einen Zahn zulegen“, möchte man sagen, dass mandie Geschwindigkeit steigern soll. Allerdings liefern Wörterbücher in diesem Fall zwei unterschiedliche Bedeutungserklärungen. Während einige Menschen den Ursprung dieser Redewendung ins Mittelalter legen, entstammt nach anderen Quellen die Redewendung erst dem 20. Jahrhundert.

Im Mittelalter hing ein Topf an einer Schiene mit Zacken, die auch Zähne genannt wurden. Wenn das Essen schneller fertig sein sollte, befestigte man den Topf einfach einen Zacken tiefer, um die Temperatur im Topf zu erhöhen. Im 20. Jahrhundert bezog sich das Sprichwort auf Motoren, deren Drehzahl sich nur Stück für Stück ändern ließ.

Um die Geschwindigkeit zu ändern, wurde einfach in eine höhere Stellung eingerastet.

Fazit

Der Ursprung von Redensarten ist vielfältig und nicht immer eindeutig. Sie sind allgegenwärtig. Ob es das berühmte Fettnäpfchen ist, das es zu vermeiden gilt oder alte Zöpfe, die abgeschnitten werden müssen, Redewendungen bedienen sich einer bildhaften Sprache und sorgen somit für mehr Farbe in unserer Alltagssprache.

Durch viele Redewendungen entstehen automatisch Bilder in unseren Köpfen und sie haben oftmals keine Erklärung notwendig. Ob „Muffensausen haben“, „Aus dem Nähkästchen“, „Dasselbe in Grün“ oder „Drückender Schuh“, ohne die vielen Redewendungen können wir uns unsere Sprache nicht mehr vorstellen.