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Finanzen

Aktien im Ausland – Lohnt sich das?

In Aktien investieren – das geht ĂŒber inlĂ€ndische BörsenplĂ€tze, aber man kann auch ĂŒber auslĂ€ndische bzw. internationale BörsenplĂ€tze in Aktiengesellschaften investieren. Jedoch stellt sich die Frage, ob es sich lohnt, Aktien im Ausland zu kaufen oder ob es nicht besser wĂ€re, ĂŒber inlĂ€ndische BörsenplĂ€tze aktiv zu werden.

Am Ende ist es ratsam, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und sich mit den Kosten auseinanderzusetzen, die entstehen können.

Preisverzeichnis verrÀt, wie teuer der Aktienkauf im Ausland werden kann

Wer ĂŒber einen Online Broker fĂŒr Österreich aktiv wird, der weiß, was ein Aktienkauf kostet. Jedoch nur dann, wenn ĂŒber die Wiener Börse investiert wird. Dass die Fremdspesen dann doch nicht mehr so transparent aufgezeigt werden, mag kein österreichisches Problem sein, sondern ist in der Regel ein allgemeines Problem bei Brokern. Um hier dann eine Übersicht zu bekommen, muss man einen Blick in das Preisverzeichnis werfen und die jeweilige Auslandsbörse suchen, um zu wissen, wie hoch die GebĂŒhren bei den jeweiligen Auslandsbörsen sind.

Der Anleger muss zudem auch davon ausgehen, dass er in eine sogenannte TeilausfĂŒhrungsfalle tappt. Erwirbt man etwa 500 Aktien zum Preis von je 2 Euro das StĂŒck und eröffnet dann den Auftrag mit 2 Euro Limit, dann muss gehofft werden, dass es die 500 Aktien auch um den jeweiligen Preis gibt. Ist das nicht der Fall, so wird die Order nur zum Teil oder in mehreren Tranchen ausgefĂŒhrt. Das heißt, die AuslandsgebĂŒhren mĂŒssen dann mitunter zwei-, drei- oder gar viermal bezahlt werden, weil hier eben mehrmals gekauft werden musste, um die gewĂŒnschte Anzahl an Aktien zu bekommen.

Besonders absurde Abrechnungen sind möglich, wenn die Aktie wenig liquide ist. So hat etwa ein Kunde der DAB Bank aus dem Gebiet Rhein-Main Aktien in Paris verkaufen wollen, konnte jedoch zu seinem Limit nur ein StĂŒck verkaufen. Am Ende waren dann die Mindestprovision und die Kosten höher als der tatsĂ€chliche Kurswert der Aktie. Dass die Bank, die die Aktie ausbuchte, einen Cent ĂŒberwies, mag als Gnadenakt verstanden werden.

Ein Kunde der Consors Bank musste mehrere Hundert Euro an GebĂŒhren bezahlen, weil vier TeilausfĂŒhrungen durchgefĂŒhrt wurden. In einem solchen Fall sollte man aktiv werden und mit dem Broker Kontakt aufnehmen – der Broker hat in dem Fall einen Teil der Kosten erlassen.

Kosten sind nicht zu unterschÀtzen

Am Ende mag sich das Kaufen von Aktien im Ausland nur lohnen, wenn man bereit ist, grĂ¶ĂŸere Summen zu investieren. So etwa, wenn man einen Blick auf die Comdirect wirft, die Tochter der Commerzbank.

Gibt man eine Order im Wert von 1.000 Euro auf, so muss in jedem handelbaren Land eine GrundgebĂŒhr von 12,90 Euro bezahlt werden – dabei handelt es sich um die Brokerprovision. WĂŒrde man 10.000 Euro investieren, so wĂŒrde die Brokerprovision auf 32,90 Euro ansteigen. Zudem kommen noch die Fremdspesen hinzu – diese finden sich im Preisverzeichnis des Brokers.

Entscheidet man sich, ĂŒber eine portugiesische Börse aktiv zu werden, so steigt die GebĂŒhr um 22 Euro – das heißt, die Kosten steigen dann von 12,90 auf einen Gesamtpreis in der Höhe von 34,90 Euro. Das sind, wenn rund 1.000 Euro investiert werden sollen, Kosten in der Höhe von 3,5 Prozent. Neben Portugal gibt es natĂŒrlich noch andere LĂ€nder, ĂŒber die man aktiv werden kann, wenn es darum geht, Aktien zu kaufen. Aufpassen muss man, wenn es sich um ferne Staaten handelt – kauft man Aktien aus Malaysia, dann steigt die GebĂŒhr auf 92,94 Euro. Das sind, wenn wieder von einem Orderwert von 1.000 Euro ausgegangen wird, rund 10,5 Prozent. Verkauft man, dann fĂ€llt dieselbe Summe noch einmal an.

Zudem darf man nicht vergessen, dass es landes- sowie auch börsenplatzabhĂ€ngige Steuern geben kann, die im Zuge des Aktieninvestments zu bezahlen sind. Verkauft man in London, dann zahlt man auf den erhaltenen Geldwert eine „Stempelsteuer“ in Höhe von 0,5 Prozent.

Wer also im Ausland Aktien kaufen will, sollte sich daher unbedingt mit den Kosten befassen, um so am Ende keine bösen Überraschungen erleben zu mĂŒssen.