Führungsinstrumente und Techniken im Überblick – Führung individuell gestalten

Führung ist ein abstrakter Begriff, der vielfach definiert und verwendet, aber dennoch schwer zu fassen ist. Er umfasst die bewusste Beeinflussung von Mitarbeitern und ihrem Verhalten durch den Vorgesetzten und geschieht mit Hilfe von Führungstechniken als Teil des Managements. Führungstechniken sind immer auch Managementtechniken – und das Managen von Mitarbeitern und ganzen Teams ist kein Kinderspiel! Mit welchen praktischen Techniken und Führungsinstrumenten Führung von Mitarbeitern gelingt und steuerbar wird, wird im Folgenden diskutiert.

Was sind Führungsinstrumente und Techniken?

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Führungskräfte haben Verantwortung und einen bedeutenden Einfluss auf ihre Mitarbeiter und den Ablauf der Aktivitäten im Unternehmen. Damit dieser Einfluss positiv ausfällt und zu den gewünschten Resultaten führt, haben Führungskräfte unterschiedlichen Techniken und Instrumente zur Hand, um ihre Verhaltensweisen an die jeweilige Situation anzupassen und somit ihre Ziele zu erreichen. Führungstechniken und Instrumente sind Hilfsmittel, die der Führungskraft bei der Ausübung der Führung helfen, Mitarbeiter bewusst beeinflussen und dabei individuell anpassbar sind. Sie sind entweder konkret und unmittelbar auf die Lenkung der Mitarbeiter gerichtet, oder indirekt und zielen beispielsweise auf die Zusammensetzung des Teams oder die Gestaltung der Arbeitsräume ab. Führungsinstrumente können außerdem sowohl materiell (Anreize wie Bonuszahlungen) oder immateriell (Lob des Mitarbeiters) sein.

Die Begriffe Führungstechnik und Führungsinstrumente sind leicht voneinander abzugrenzen. Während Führungstechnik regelt, wie die Führung gestaltet wird und auf bestimmten Prinzipien wie den sogenannten Management-by-Techniken beruht, sind Führungsinstrumente konkrete Mittel, welche für die Führung von Mitarbeitern bewusst ausgewählt werden. Führungsinstrumente sind im übertragenen Sinne Werkzeuge, mit denen die Führungskraft arbeitet.

Führungstechniken und Instrumente dienen dazu, Mitarbeiter zu beeinflussen und zu leiten. Letztendlich ist das Ziel von Führungsinstrument und Techniken die Motivation der Mitarbeiter, erfolgreiche Kommunikation im Team, die Entlastung der Führungskraft und die Organisation

und Delegation von Aufgaben. In Endeffekt dient der Einsatz von passenden Führungstechniken und Instrumenten dem Unternehmenserfolg.

Zur Führung der Mitarbeiter im Unternehmen gibt es zahlreiche Instrumente und Techniken, welche in der Betriebswirtschaftslehre ausführlich diskutiert werden. Die Führungstechnik bestehts aus verschiedenen Grundsätzen und ausgewählten Verhaltensweisen. Eine Art der Führungstechnik sind die sogenannten Management by Techniken.

Führungsinstrumente und Techniken im Überblick

Manager wählt Instrument
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Die sogenannten Management-by-Prinzipien gehören zu den bekannten Führungstechniken. Sie beschreiben bestimmte Verhaltensweisen und Grundprinzipien, die die Führungskraft bezüglich ihrer Führungsaufgaben im Unternehmen und bei der Gestaltung des spezifischen Führungsstils leiten. Insgesamt werden in der Betriebswissenschaft bis zu 11 unterschiedliche Ansätze beschrieben.

Die bedeutsamsten Management by – Ansätze lauten wie folgt:

· Management by Objectives:

Beschreibt die direkte, zielorientierte Führung, welche messbar ist, da Sie sich an konkreten Zielen orientiert. Diese Ziele sollten der SMART Vorgabe folgen, also spezifisch, messbar, erreichbar, realistisch und terminiert sein. Es wird zwischen übergeordneten Unternehmenszielen und Subzielen unterschieden, Aufgabe der Führungskräfte ist die Kontrolle der Zielerreichung – der Weg ist im Prinzip irrelevant.

· Management by Decision Rules: Hier steht die Delegation von Entscheidungen, bei der Entscheidungsprozesse vorab definiert werden, im Vordergrund. Essentiell für diesen Ansatz ist das Festlegen von genauen Regeln dazu, wie genau Entscheidung gefällt werden sollen. Ziel ist die bessere Koordination von Entscheidungen, insbesondere, wenn mehrere Personen an der Entscheidungsfindung beteiligt sind.

· Management by Exception:

Mitarbeiter aller Ebenen und besonders der unteren Ebenen haben viel Freiraum und erledigen Routineaufgaben ohne Eingreifen des Managers, die Führungskraft greift nur in Ausnahmefällen ein.

Alle Aufgaben, die keine direkten Führungsaufgaben sind, werden an die Mitarbeiter delegiert. Management by Delegation ist im Prinzip Teil jeglicher Führung, da Delegation ein Grundbestandteil von Management ist. Delegation von Aufgaben und Verantwortlichkeiten im Allgemeinen ist vor allem deshalb von Bedeutung, da die Führungskräfte so entlastet werden, zudem wirkt sich Delegation positiv auf das Verantwortungsgefühl und die Motivation der Mitarbeiter aus, da diese sich stärker eingebunden fühlen.

· Management by Systems:

Mitarbeiter handeln eigenständig und unabhängig, Aufgaben werden auch hier weitestgehend delegiert. Der Ansatz beruht auf den Annahmen der betriebswirtschaftlichen Systemtheorie, wobei sich System und Subsysteme größtenteils selbst regulieren.

· Management by Results:

Sehr ergebnisorientierte Führung, bei dem ein Sollwert (Ziel) festgelegt und der Ist-Wert gemessen wird, um das Ergebnis und den Erfolg zu ermitteln.

· Management by Question:

Diese herausfordernde Technik basiert auf Fragen, die im Idealfall zu einem ständigen Dialog führen.

Neben den beschriebenen Techniken gibt es eine ganze Reihe verschiedener andere Instrumente und Techniken, die weniger formalisiert sind. Hierzu gehören zum Beispiel der bewusste Umgang mit Kritik, Erwartungen, Feedback, Vertrauen, Wertschätzung und Lob aber auch die Nutzung von Zielvereinbarungen, Partizipationstechniken, Mitarbeitergesprächen, Team Building, Verhandlungen sowie viele weitere individuell anpassbare Maßnahmen.

großer gelber fisch gefolgt von weißen kleinen fischen als Symbol für Führungsinstrumente
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Auch durch indirekte Maßnahmen kann die Führungskraft bewusst Einfluss auf ihr Team nehmen und dieses managen. Hierzu gehört unter anderem, dass die Führungskraft bewusst Rahmenbedingungen für die zu erledigende Arbeit schafft. Die Führungskraft ist zum Beispiel an der Auswahl passender Mitarbeiter beteiligt, verantwortet die Teamentwicklung, entscheidet über die Gestaltung des Arbeitsraumes, setzt Regeln und Normen für Verhaltensweisen der Mitarbeiter und das gemeinsame Arbeiten und lenkt das Verhalten der Mitarbeiter durch bestimmte Anreize oder Belohnungen sowie Tadel. Prinzipiell sind also alle bewusst eingesetzten Verhaltensweisen zur Lenkung der Mitarbeiter und der Arbeitsabläufe Führungsinstrumente.

Mit individuell angepassten Techniken zum Erfolg

Welche Führungsinstrumente und Techniken in der Praxis tatsächlich umgesetzt werden, hängt in erster Linie von den Richtlinien und der jeweiligen Unternehmenskultur sowie der Persönlichkeiten um dem Rollenverständnis der einzelnen Führungskraft ab. Auch ethische Aspekte und das Menschenbild der Führungskraft spielen bei der Wahl und Gestaltung der angewandten Führungstechniken eine Rolle – schließlich geht es beim Thema Führung in erster Linie um den Umgang mit Menschen und ihren Bedürfnissen.

Ein Patentrezept für erfolgreiche Führung gibt es nicht. Viel mehr versteht es sich von selbst, dass Führungsinstrumente und Techniken an die jeweilige Umgebung, die Führungskraft und das Team angepasst werden müssen, nur so ist Führung authentisch und dadurch erfolgreich. Führungskräfte, die sich mit ihrer Rolle auseinandersetzen, bereits zur Weiterentwicklung sind und bewusst an der Ausbildung ihrer Führungskompetenzen arbeiten, sind am ehesten in der Lage, einen authentischen Führungsstil zu entwickeln und Führungstechniken und Instrument individuell an ihre Mitarbeiter und die jeweilige Situation anzupassen.


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