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Vom Mitarbeiter zur Führungskraft: 12 Tipps, wie Sie sich Respekt verdienen

Sie sind erst kürzlich vom Kollegen zum Vorgesetzten aufgestiegen? Dann stehen Sie nun vor einer großen Herausforderung. Führungskraft ist nicht nur ein Titel auf dem Papier, sondern auch eine Anerkennung, die Ihnen in Ihrer alltäglichen Arbeit von Ihren Mitarbeitern gezollt wird. Anerkennung und Respekt müssen Sie sich aber erst einmal verdienen. Hier erfahren Sie, was Sie tun können, um von Ihren Mitarbeitern respektiert zu werden.

Tipp 1: Seien Sie in den ersten Wochen eher zurückhaltend.

Führungsperson schaut auf Großstadt
Quelle: metamorworks/Shutterstock.com

In den ersten Wochen in Ihrer Führungsaufgabe sollten Sie sich möglichst zurückhalten und vermeiden, Einfluss auf Strukturen und Arbeitsabläufe zu nehmen. Treffen Sie noch keine Entscheidungen. Sprechen Sie mit Ihren Mitarbeitern über Ihre Zurückhaltung und begründen Sie sie damit, dass Sie eine gründliche Einarbeitungszeit in Anspruch nehmen möchten, um Ihre Führungsaufgaben zukünftig so gut wie möglich zu erfüllen.

Tipp 2: Haben Sie Mut zur Entscheidung und Entschlossenheit, sobald Sie eingearbeitet sind.

Sobald die Einarbeitungsphase für Sie abgeschlossen ist, sollten Sie nun wichtige Entscheidungen mit Entschlossenheit allein treffen. Zögern Sie keine Entscheidung hinaus. Durch Nichtentscheiden können Sie sich nicht aus der Affäre ziehen, selbst wenn Sie eine Entscheidung auf der Grundlage unvollkommener Daten treffen müssen. Schließlich ist keine Entscheidung auch eine Entscheidung. Allerdings keine gute.

Tipp 3: Entwickeln Sie einen individuellen Stil.

Vermeiden Sie, das Verhalten von anderen Führungspersonen zu imitieren. Entwickeln Sie stattdessen einen individuellen, unverwechselbaren Stil, der von Ihren Kenntnissen, Fähigkeiten und Stärken geprägt wird. Schließlich ist jede Kopie ersetzbar. Deshalb ist es so außerordentlich wichtig, dass Sie Ihren eigenen Stil finden. Seien Sie stets Sie selbst und authentisch. Das macht Sie einzigartig und unverzichtbar.

Tipp 4: Gehen Sie auf ältere Mitarbeiter zu.

Manager spricht mit älteren Mitarbeiter
Quelle: Minerva Studio/Shutterstock.com

Falls Sie ältere, erfahrene Mitarbeiter führen müssen, suchen Sie am besten das Gespräch mit ihnen und fragen Sie sie um Rat. Hören Sie wirklich zu, was die älteren Mitarbeiter zu sagen haben. Bitten Sie sie eventuell bei schwierigen Situationen um Einschätzungen und um Unterstützung. Zeigen Sie dabei deutlich, dass Sie ihre Erfahrung und Verdienste für das Unternehmen zu schätzen wissen. Wenn Sie dabei zugeben, dass Sie ihre Unterstützung benötigen, damit Sie und das gesamte Team erfolgreich sein können, werden die älteren Kollegen Sie gern unterstützen.

Tipp 5: Übertragen Sie keine Wertmaßstäbe.

Übertragen Sie nicht Ihre persönlich individuellen Wertmaßstäbe auf Ihre Mitarbeiter. Schließlich können Sie nicht erwarten, dass sie Ihr Wertesystem bereitwillig übernehmen. Sie haben auch gar keinen Anspruch darauf, dass sie in diesen persönlichen Angelegenheiten mit Ihnen übereinstimmen. Für eine gute Zusammenarbeit ist es nicht notwendig, dass Sie sich mit Ihren Mitarbeitern auf gemeinsame persönliche Werte einigen. Wichtig ist, dass Sie alle gemeinsam hinter den Werten des Unternehmens stehen.

Tipp 6: Arbeiten Sie möglichst mit klaren Vorgaben und Zielen.

Es ist sehr wichtig, dass Sie gegenüber Ihren Mitarbeitern mit klaren Zielen und Vorgaben arbeiten. Bemühen Sie sich dabei, alles gut verständlich rüberzubringen, damit keine Missverständnisse auftreten. Zu den zentralen Aufgaben einer Führungskraft gehört es, aus Visionen Ziele zu entwickeln. Lassen Sie sich den optimalen Weg zu einem speziellen Ziel von Ihren Mitarbeitern vorschlagen. Das Ziel sollten Sie vorgeben oder in gewissen Grenzen mit ihnen absprechen. Um die Identifikation Ihrer Mitarbeiter mit den Zielen, den Aufgaben und mit dem Unternehmen als Ganzes zu steigern, kann es auch sinnvoll sein, gleich zu Zielvereinbarungen überzugehen.

Tipp 7: Übernehmen Sie nur Aufgaben, die wirklich keiner außer Ihnen erledigen kann.

Führungskraft wählt Tasks aus
Quelle: NicoElNino/Shutterstock.com

Sobald Sie im Chefsessel sitzen, sollten Sie es sich zur Gewohnheit machen, nur die Sachaufgaben zu erledigen, die auch wirklich niemand außer Ihnen übernehmen kann.

Ihre Fähigkeit, Aufgaben zu delegieren, entscheidet maßgeblich darüber, wie erfolgreich Sie in Ihrer Position als Führungskraft sind.

Schließlich werden Sie kaum Zeit für die wichtigeren Herausforderungen haben, wenn Sie jede kleine Aufgabe übernehmen wollen. Wenn Sie sich in alles einmischen, fühlen sich Ihre Mitarbeiter nicht mehr verantwortlich.

Führen Sie Ihre Mitarbeiter hingegen hundertprozentig im Laissez-faire-Führungsstil, dann fühlen sie sich vielleicht unbeliebt, da Sie ihnen kein Lob aussprechen und sie einfach machen lassen.

Das bedeutet also für Sie:

Haben Sie Fingerspitzengefühl und beachten Sie situative und personelle Besonderheiten.

Schließlich kommt nicht jeder Mitarbeiter damit zurecht, wenn er frei entscheiden kann. Sprechen Sie deshalb regelmäßig mit Ihrem Team, um Missverständnisse zu vermeiden.

Tipp 8: Setzen Sie auf die Kraft der Überzeugung und nicht an erster Stelle auf Ihre Machtposition.

Als Führungskraft ist es natürlich immer leicht, in allen möglichen Situationen seine Macht zu demonstrieren. Damit können Sie den Widerstand im Team brechen oder Diskussionen sofort im Keim ersticken. Es ist aber viel klüger, wenn Sie Ihre Macht nur als letztmögliches Mittel einsetzen. Also erst dann, wenn nichts anderes mehr hilft. Damit erwerben Sie sich auf jeden Fall mehr Wertschätzung, als wenn Sie mit Ihrer Machtdemonstration die Kreativität im Team unterdrücken.

Tipp 9: Halten Sie sich konsequent an die Wahrheit.

Die Glaubwürdigkeit ist das wichtigste Kapital einer Führungskraft.

Glaubwürdigkeit können Sie sich aber nur aufbauen und auch erhalten, wenn Sie sich selbst stets an die Wahrheit halten. Alles, was Sie sagen, sollte also der Wahrheit entsprechen. Ihre Mitarbeiter werden sich auf Ihr Wort verlassen und Vertrauen zu Ihnen aufbauen.

Tipp 10: Seien Sie beim Führen und Steuern souverän und konsequent.

Machen Sie Ihren Mitarbeitern auf eine nette aber bestimmte Art klar, wie die Verantwortlichkeiten verteilt sind. Das Führen und Steuern von Teams und Mitarbeitern gehört schließlich zu Ihren Aufgaben, mit denen Sie die internen Unternehmensstrukturen sowie die allgemeine Unternehmenskultur prägen. Sie sollten in diesem Bereich also konsequent sein.

Tipp 11: Machen Sie Ihre Position gegenüber respektlosem Verhalten deutlich.

Behandeln Sie andere Menschen immer fair und wertschätzend und lassen Sie es nicht zu, dass einer Ihrer Mitarbeiter Sie selbst oder einen anderen respektlos behandelt. Machen Sie Ihren Standpunkt dabei deutlich.

Tipp 12: Gehen Sie Konflikten nicht aus dem Weg.

Bringen Sie kritische Themen auf den Tisch und machen Sie klare Ansagen. Falls es zwischen Ihren Mitarbeitern Differenzen gibt und eine Eskalation droht, moderieren Sie, um zwischen beiden zu vermitteln. Sie sollten Konflikten nicht aus dem Weg gehen, weder Ihren eigenen noch denen Ihrer Mitarbeiter.

Standardisierte Rezepte für Ihre neue Position als Führungskraft gibt es nicht.

Manager mit Muskelarmen im Hintergrund
Quelle: lassedesignen /Shutterstock.com

Wenn Sie vom Mitarbeiter zur Führungskraft aufsteigen, haben Sie den Vorteil, das Unternehmen schon sehr gut zu kennen. Der Nachteil ist dabei allerdings, dass Ihr Aufstieg auch Neider unter den Angestellten und Teammitgliedern, die einst Ihre Kollegen waren, hervorrufen kann.  Daher gibt es für Ihre neue Position keine standardisierten Rezepte, denn Unternehmen sowie Menschen unterscheiden sich stark voneinander. Die 12 hier aufgeführten Tipps können Sie jedoch dabei unterstützen, eine erfolgreiche Führungspersönlichkeit zu werden. Vor allem dann, wenn Sie fair, konsequent und ehrlich zu Ihren Angestellten bleiben.


Literaturquellen:

https://www.ruv.de/ratgeber/ausbildung-studium/bewerbung/bewerbung-ac (Abruf 15.03.2018)
https://karrierehelden.de/vom-kollegen-zum-vorgesetzten/ (Abruf 15.03.2018)
https://www.mehr-fuehren.de/chef-werden/ (Abruf 15.03.2018)


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