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Generationen Clash im BĂŒro – erfolgreich kommunizieren mit jungen Mitarbeitern

Die Zusammenarbeit zwischen Jung und Alt bietet viele Vorteile, hat aber auch Konfliktpotenzial. Denn jede Generation wĂ€chst anders auf und die daraus entstehenden Unterschiede können schnell zu Reibungen fĂŒhren. Damit diese gut umschifft und aufgefangen werden, ist die richtige Kommunikation am Arbeitsplatz und das Eingehen auf unterschiedliche BedĂŒrfnisse bedeutend. Wie dies gelingt, beschreibt dieser Artikel.

Beide Generationen verstehen

Um beide kommunikativ zu vereinen, ist es zunĂ€chst einmal wichtig, die BedĂŒrfnisse und Werte der unterschiedlichen Generationen und die sich daraus ergebenden Konflikte zu verstehen. Darunter fallen drei besonders markante Punkte:

1. Unterschiedliche Einstellung zur Arbeit

WĂ€hrend es fĂŒr die Ă€lteren Generationen oft noch selbstverstĂ€ndlich ist, sich der Arbeit zu widmen, um erfolgreich zu sein und gut leben zu können, haben jĂŒngere Generationen wie Gen Z und Gen Y eine völlig andere Einstellung: Sie betrachten den Beruf als Mittel zum Zweck, um das eigentliche Leben entdecken zu können. Sie lieben es zu Reisen, Interessen nachzugehen, neue Dinge auszuprobieren und die globale Kommunikation durch die Technik zu nutzen.

Dies wirkt sich natĂŒrlich auch auf die Arbeitshaltung und PrĂ€ferenzen aus. Sie sprĂŒhen vor neuen Ideen, bevorzugen Unternehmen, in denen GeschĂ€ftsreisen zum Alltag gehören und solche, die flexible Arbeitsmodelle befĂŒrworten. Oft wird diese lockere Haltung von den Ă€lteren Kollegen kopfschĂŒttelnd als Faulheit interpretiert oder als niedrige Arbeitsmoral. Dass die Work-Life-Balance Hauptmotivator fĂŒr dieses Verhalten der jĂŒngeren Generationen ist, die ganz einfach von ĂŒberall aus arbeiten kann und das auch nutzt, wird oft nicht von jenen anerkannt, die Sicherheit in den Vordergrund stellen.

2. Zwischenmenschliche Interaktion

Die Lockerheit der jĂŒngeren trifft bei den Ă€lteren Generationen auch in dieser Hinsicht oft auf UnverstĂ€ndnis. Denn Letztere sind noch ein ĂŒberaus respektvolles, hierarchisches Miteinander gewöhnt, wohingegen die JĂŒngeren einen lockeren Umgangston bevorzugen, der schnell als despektierlich aufgefasst werden kann.

Das Ă€ußert sich auch in der digitalen Kommunikation, denn im Chat werden JĂŒngere schnell zum ĂŒblichen Umgangston verleitet. Zudem tun sich Ältere oft noch schwer, ĂŒberhaupt mit Chat-Programmen umzugehen und bevorzugen Telefonate oder persönlichen Kontakt. Flache Hierarchien sind fĂŒr sie meist ungewohnt und Reibungen entstehen beispielsweise auch dann, wenn die neue FĂŒhrungskraft sehr jung ist und neue Herangehensweisen etabliert.

3. Neue Ideen gegen AltbewÀhrtes

Die jĂŒngeren Generationen bringen generell viel Neues in altbewĂ€hrte Strukturen – beispielsweise die lockere Haltung zu Berufszeiten, eine BefĂŒrwortung der digitalen Umstellung oder Ideen fĂŒr immer flexiblere Arbeitsmöglichkeiten. Das wird nicht immer verstanden oder begrĂŒĂŸt. Doch den Beruf nur auszuĂŒben, um Rechnungen zu bezahlen, leben zu können und Statussymbole wie einen Firmenwagen zu erhalten, reicht den Gen Y und Gen Z nicht. FĂŒr sie muss Arbeit einen Mehrwert haben – auch gesellschaftlich.

Diese Haltung verĂ€ndert den Arbeitsmarkt und das zu akzeptieren ist nicht fĂŒr alle einfach – deshalb muss die Kommunikation auf gegenseitigem VerstĂ€ndnis und Kompromissbereitschaft beruhen.

Wie im BĂŒro die Kommunikation zwischen den Generationen gelingt

Wie ĂŒberall ist fĂŒr all diese Themen die richtige Kommunikation der SchlĂŒssel zum Erfolg. Wie diese gelingen kann? Sie können mit folgenden Möglichkeiten das Konfliktpotenzial zwischen Alt und Jung verringern:

1. Unterschiedliche Vorstellungen vereinen

Die Vorstellungen von Alltag, Arbeit und Lebensstil der Ă€lteren und jĂŒngeren Generationen gehen oft weit auseinander. Um den hĂ€ufigen Konflikten vorzubeugen, die aus dieser Situation entwachsen, hilft es, diese Vorstellungen zu vereinen und die Perspektiven beider „Oppositionen“ einander nĂ€herzubringen. Das kann ĂŒber Ausbilder oder Coaches geschehen, aber auch durch bestimmte Situationen, in denen ein Zusammenspiel notwendig wird und beidseitige Offenheit verlangt.

Beispielsweise werden Ă€ltere Generationen durch die Digitalisierung und die Umstellung auf verschiedene Programme oft vor eine Herausforderung gestellt. Ganz besonders dann, wenn man ein Homeoffice-BĂŒro einrichten soll. Springen hier die Gen Y und Gen Z mit ihren FĂ€higkeiten als Digital Natives helfend ein, kann ein wohlwollendes und wertschĂ€tzendes Zusammenspiel daraus entwachsen.

2. Auf Augenhöhe kommunizieren

Eine der grĂ¶ĂŸten Kommunikationsgrundregeln ist gegenseitiger Respekt. Daher sollte es nicht von Bedeutung sein, wie groß der Alters- oder der Hierarchie-Unterschied ist ­– jeder hat es verdient, in seinem Erleben verstanden und respektiert zu werden.

Generationenkonflikte wie Überheblichkeit, Herablassung, eine verstĂ€ndnislose Haltung oder wenig entgegenkommendes Verhalten haben nicht nur in einem Unternehmen keinen Platz. Scheitert es dennoch an gegenseitigem Respekt, hilft es oft, einen Mediator oder Kommunikationstrainer einzuschalten.

3. Junge Auszubildende richtig einschulen

Damit nicht neue Vorstellungen mit alten Strukturen kollidieren, ist die Vorbereitung junger Auszubildender ganz entscheidend. Professionelle Ausbilder können die Gen Z und Gen Y auf unterschiedliche Herangehensweisen aufmerksam machen und die Perspektiven der Àlteren Generationen nÀherbringen. Auch Konfliktherde können im Vorhinein besprochen werden.

Sind junge Auszubildende oder sogar junge FĂŒhrungskrĂ€fte auf diese Themen vorbereitet und haben bereits LösungsansĂ€tze bzw. KompromissvorschlĂ€ge zur Hand, kann Konflikten vorgebeugt werden. Themen solcher Art gehören zu den Pflichten eines Ausbilders, die in dieser Hinsicht große Verantwortung tragen – daher ist es wichtig, auch hier kompetente Leute am Start zu haben.

4. Direkte Kommunikation

Direkte Kommunikation ist deshalb wichtig, da gerade ĂŒber viele Umwege hĂ€ufig MissverstĂ€ndnisse auftreten. Ein gutes Beispiel sind Assoziationen, die je nach Hintergrund ein völlig anderes VerstĂ€ndnis von Dingen bewirken. Beispielsweise denkt der eine bei dem Wort „PrĂ€sentation“ an eine Power Point-PrĂ€sentation, jemand anderes ganz selbstverstĂ€ndlich an eine PrĂ€sentation mit Prezi.

Werden solche Dinge nicht konkret besprochen oder ĂŒber mehrere Ecken kommuniziert, um die Gepflogenheiten einer hierarchischen Struktur einzuhalten, können viele solcher großen und kleinen MissverstĂ€ndnisse auftreten. Gen Y und Gen Z tun sich mit solchen Strukturen schwer und tendieren deshalb dazu, diese hierarchischen Strukturen zu ĂŒbergehen. Lieber wenden sie sich direkt an die zustĂ€ndige Person.

Ausbilder oder FĂŒhrungskrĂ€fte sollten deshalb die sinnvolle Idee direkter Kommunikationswege mit einer rĂŒcksichtsvollen Art, diese umzusetzen, vereinen. Werden Ă€ltere Generationen und ihre altbewĂ€hrten Strukturen nicht einfach ĂŒbergangen, ist viel weniger Konfliktpotenzial vorhanden.

5. FĂŒr ein gemischtes Team sorgen

Da Jung und Alt immer voneinander lernen kann, stellen manche Firmen Praktikanten aus Àlteren Generationen an, um den Austausch zu fördern. So gibt es weniger UnverstÀndnis, KonkurrenzkÀmpfe und Sorge um die Zukunft geregelter Strukturen, sondern ein offenes und bereitwilliges Voneinander-Lernen zwischen Gen Y, Gen Z und Baby Boomern.

Gemischte Generationen am Arbeitsplatz bieten viele Chancen, wenn man sie nutzt

Verschiedenheit zwischen Menschen kann immer zu zwei Dingen fĂŒhren: Konflikt oder Wachstum. Wer verantwortungsvoll und weitsichtig handelt, sieht die Vorteile darin, Jung und Alt zusammenarbeiten zu lassen, und vereint Erfahrung mit jugendlicher Tatkraft.